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Schweizer Skate-Phänomen Liv Broder: Allein unter Männern ganz nach oben

Die 18-jährige Liv Broder ist die einzige Frau im Schweizer Skateboard-Nationalkader und räumt bei internationalen Skateboard-Events regelmässig ab. In der neuesten Ausgabe von «The Red Bulletin» gibt Broder Einblick in ihren Werdegang oder auch ihre Ziele im Leben.

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Zum Skaten kam sie eher zufällig: «Ich bin da als kleine Schwester reingerutscht. Mein älterer Bruder Fin hat mich mit sechs auf den Skateplatz mitgenommen. Anfangs habe ich nur zugeschaut, irgendwann wollte ich mich aber beweisen.» So richtig angefangen hat sie dann drei Jahre später: «Mit neun habe ich mit ein paar anderen Mädchen eine eigene Skate-Crew gegründet und selbst Tricks versucht. Ich war sofort angefixt – und blieb als Einzige aus der Mädels-Crew dabei.»

Seither ist das Skateboard Teil ihres Alltags. «Es fühlt sich echt komisch an, als würde etwas fehlen, wenn ich mein Board nicht dabeihabe.» Möglichst viel Zeit auf und mit dem Brett zu verbringen, ist Teil ihres Erfolgsgeheimnisses: «Richtig gut wirst du nämlich erst, wenn deine Füsse damit verwachsen.»

Als Frau ist Broder in der Szene vergleichsweise immer noch eine Seltenheit, ein Problem ist das aber nicht: «Die Skate-Community ist sehr offen. In meiner Trainingsgruppe bin ich das einzige Mädchen, und keiner stört sich daran. Was wirklich zählt, ist, was du auf dem Platz zeigst und wie kreativ du bist. Man muss dort nicht mal miteinander sprechen, um sich zu verstehen.»

Bereits während ihrer Schulzeit legte Broder den Fokus aufs Skaten: «Ich bin sehr ehrgeizig und wollte irgendwann nicht mehr nur neben der Schule ein bisschen skaten. Deshalb bin ich von der Sportschule auch aufs Sportgymnasium gewechselt, wo man Lernen und Leistungssport vereinbaren kann. Mit vierzehn war ich dann Schweizer Meisterin.»

Mit Niederlagen umgehen kann sie eher weniger, wie sie selbst zugibt: «Ich bin eine sehr schlechte Verliererin. Mein Ziel ist aber nicht der erste Platz, ich will zufrieden mit mir sein. Wenn ich nicht mein Bestes gegeben habe oder geben konnte, ärgere ich mich – aber über mich selbst.»

Trotz ihrer jungen Jahre hat sich Broder bereits einmal schwer verletzt: «Ich habe mir 2022 bei einem Contest in Paris das Kreuzband gerissen – und das drei Monate lang ignoriert, bis mein Körper resigniert hat. Wenn es weh tut, muss ich das ernst nehmen. Ich war ausserdem zum ersten Mal von hundert auf null ausgebremst. Körperlich habe ich das gut weggesteckt, schwerer war es, wieder das Vertrauen in mich selbst aufzubauen.»

Trotz Verletzungshistorie verzichtet die junge Skaterin auf das Tragen eines Helms: «Seit ich letztes Jahr achtzehn wurde, muss ich keinen mehr tragen. Der Helm ist schlecht für die Street Credibility.» Die Stürze gehören einfach zum Sport dazu, gibt die 18-Jährige zu verstehen: «Skateboarden lernt man nur, wenn man lernt, hinzufallen – und wieder aufzustehen.»

Ein klassisches Leben, wie man es sich von einer Spitzensportlerin vorstellt, führt sie bisweilen aber nicht zwingend. «Ich bin jeden Tag morgens vor und nach der Schule in Skateparks und Freestyle-Hallen unterwegs. Krafttraining mache ich nur so ein-, zweimal im Monat. Ich ernähre mich auch gar nicht so gesund. Ich liebe Schokolade mit Nüssen», so Broder.

Sportlich läuft es ihr aber dennoch ziemlich gut. Sie liegt aktuell doch auf Position 22 in der Weltrangliste. Auf die Goldwaage will sie dieses Ranking aber nicht legen, da nicht alle Resultate in diese Wertung einfliessen: «Die meiste Zeit, die ich skate, performe ich ja auch nicht vor irgendwelchen Judges. So viel sagt das also gar nicht aus.»

Nach ihrem Schulabschluss will Broder fürs Erste voll auf den Sport setzen. Was danach folgt, ist noch offen. «Vielleicht zur Uni, vielleicht Richtung Lehrerin», so Broder. Zum Abschluss gibt sie dann noch ihr ganz grosses Ziel bekannt: «Skaten ist mein Lifestyle, mein Leben. Mein grösstes Ziel ist, einmal davon leben zu können.»

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Der Beitrag erscheint hier aufgrund einer Publishing-Kooperation mit The Red Bulletin.