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Mikropausen und Sensibilisierung statt Pflästerli-Politik

Gesundheit ist das Kerngeschäft der CSS: Das gilt auch für die Mitarbeitenden. Darum setzt der als «Friendly Work Space» ausgezeichnete Versicherer aktuell auf die Themen Schlaf, Resilienz und Bewegung.

Andrea Hunkeler (links) und Priska Duss: Bei diesem Tandem trifft Fachwissen aus zwei Disziplinen aufeinander.
«Wichtig ist, dass man nicht einfach Pflästerli-Politik betreibt, sondern die Gesundheitsmassnahmen nachhaltig plant und umsetzt», sagt die BGM-Verant...
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Andrea Hunkeler (links) und Priska Duss: Bei diesem Tandem trifft Fachwissen aus zwei Disziplinen aufeinander.
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«Wichtig ist, dass man nicht einfach Pflästerli-Politik betreibt, sondern die Gesundheitsmassnahmen nachhaltig plant und umsetzt», sagt die BGM-Verantwortliche Priska Duss.

«Wichtig ist, dass man nicht einfach Pflästerli-Politik betreibt, sondern die Gesundheitsmassnahmen nachhaltig plant.» Priska Duss formuliert diesen Satz gleich zu Beginn des Gesprächs in der lebhaften Kantine des Versicherers CSS in Luzern. Ihre Kollegin Andrea Hunkeler ergänzt: «Wir überlegen bei jeder Aktion, wie wir diese sinnvoll und effektiv in den Arbeitsalltag unserer Mitarbeitenden integrieren können.»

Vierte Zertifizierung als «Friendly Work Space»

Priska Duss ist verantwortlich für das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM), Andrea Hunkeler unterstützt sie als Gesundheitscoach und BGM-Fachspezialistin, zusammen mit weiteren Kolleginnen und Kollegen. Basis für das jeweilige Angebot des betrieblichen Gesundheitsmanagements ist eine jährliche Gesundheitsumfrage.

Die CSS ist eine der führenden Krankenversicherungen der Schweiz und setzt bei ihren Mitarbeitenden um, was sie ihren 1,7 Millionen Kundinnen und Kunden empfiehlt: einen bewussten Umgang mit Gesundheit.

2025 wurde die CSS zum vierten Mal mit dem Label «Friendly Work Space» von der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz zertifiziert. Das Re-Assessment bestätigt: Die Massnahmen sind systematisch verankert und werden kontinuierlich weiterentwickelt.

Gesundheitsumfrage: «Fiebermesser» des Unternehmens

Seit 2022 führt die CSS jeweils im September eine Gesundheitsumfrage bei allen Mitarbeitenden durch, die sich auch an der Job-Stress-Analysis von Gesundheitsförderung Schweiz orientiert. Das ist ein Mitarbeitenden-Befragungstool mit einem Benchmark von über 1000 Organisationen und 100'000 Mitarbeitenden. «Dadurch haben wir eine Vergleichbarkeit nach aussen», sagt die BGM-Verantwortliche.

Andrea Hunkeler ist überzeugt: «Die Gesundheitsumfrage ist unser Fiebermesser: Sie zeigt uns, wo die Temperatur steigt, wo Fieber herrscht und wie es um die Gesundheit der Mitarbeitenden steht.» Die letzte Umfrage 2025 hat verdeutlicht, dass Handlungsbedarf bei drei Gesundheitsthemen besteht: Resilienz, Bewegung und Ergonomie sowie Schlaf.

Von der Resilienz-Toolbox bis zur Zehn-Minuten-Pause

Das Tandem Duss und Hunkeler sowie die Fachbereiche BGM und Gesundheitscoaches reagierten mit drei Schwerpunktmassnahmen auf das «Fieber»:

  • Resilienz-Toolbox: Im Jahr 2025 wurde ein Angebot entwickelt, das Führungspersonen direkt für ihre Teams buchen können. Nach einem einstündigen Inputreferat eines Gesundheitscoaches erhalten die Teams ein Booklet mit acht Themen, das von Achtsamkeit über Selbstverantwortung bis hin zu Zukunftsorientierung reicht. Die Mitarbeitenden können individuell reflektieren oder im Team diskutieren und voneinander lernen.

  • Bewegungs- und Mikropausen: Um Kopf-, Nacken-, Rückenschmerzen vorzubeugen und entgegenzuwirken, bietet das BGM einen Workshop zu Bewegung und Ergonomie. Dieser stösst auf reges Interesse. Zusätzlich können Mitarbeitende im März jeden Dienstag und Donnerstag an zehnminütigen Onlinebewegungspausen teilnehmen, angeleitet von Gesundheitscoaches. «Mit einfachen, bürotauglichen Übungen kann man neue Energie tanken, die Körperhaltung verbessern und die Konzentration steigern», erklärt Hunkeler.

  • Schlaf-Webinar: «Ein erholsamer Schlaf bildet die Basis für unsere körperliche und mentale Gesundheit», betont Priska Duss. In einem Webinar erklären Schlafexpertinnen, wie Schlaf mit Bewegung, Ernährung und mentaler Gesundheit zusammenhängt. Konkrete Rituale wie eine Tasse Tee und 30 Minuten lesen vor dem Zubettgehen werden als praktische Tipps vermittelt.

Das ist «Friendly Work Space»

Das Label «Friendly Work Space» setzt den Schweizer Qualitätsstandard für systematisch umgesetztes betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) und wird vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) und vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) gestützt.

Zurzeit sind 111 Organisationen mit über 213'000 Mitarbeitenden in der Schweiz und Liechtenstein mit dem Label ausgezeichnet.

Die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz, die einen gesetzlichen Auftrag hat, stellt die Zertifizierung aus. Basis bilden 14 Qualitätskriterien, welche die Gesundheit der Mitarbeitenden fassbar und bewertbar machen und von unabhängigen, externen Assessierenden geprüft und bestätigt werden.

«Systematisches BGM lohnt sich für Firmen und Organisationen unter anderem aufgrund der präventiven Wirkung, der Massnahmen zur raschen Wiedereingliederung und den entsprechenden Kosteneinsparungen. BGM und das Label ‹Friendly Work Space› werden zudem immer wichtiger im Employer Branding», so Thomas Brändli, Projektleiter Kommunikation BGM.

Führungspersonen als Schlüssel zum Erfolg

Den Führungspersonen komme eine zentrale Rolle zu, betont Andrea Hunkeler: «Sie sind nah bei den Mitarbeitenden und bemerken Veränderungen. Mit Empathie sollen sie Probleme frühzeitig ansprechen und Unterstützung anbieten.» Basis ist dabei ihre eigene Gesundheit, dass sie ausgeglichen sind und eine gute Resilienz haben. Denn nur wer selbst ein gesundes Stresslevel hat, kann auf das Team achten.

Gezielte Schulungen für heikle Themen

Vorgesetzte werden in einem spezifischen Seminar darin geschult, wie sie heikle Themen ansprechen können. Sehr häufig handelt es sich um Absenzen oder Veränderungen im Verhalten oder bei der Leistung.

Die Ursachen sind vielfältig: Konflikte am Arbeitsplatz, Schlafentzug wegen eines Neugeborenen oder Überlastung durch Personalausfälle. «All diese Faktoren beeinflussen die Leistung. Es ist wichtig, dass Führungspersonen diese Veränderung erkennen und entsprechend reagieren, um gemeinsam Lösungen zu finden», erklärt Hunkeler.

«Bevor wir einen Workshop durchführen, fragen wir uns immer: Ist es überhaupt das, was die Mitarbeitenden brauchen?», betont Gesundheitscoach Andrea Hunkeler.
«Bevor wir einen Workshop durchführen, fragen wir uns immer: Ist es überhaupt das, was die Mitarbeitenden brauchen?», betont Gesundheitscoach Andrea Hunkeler.

Fokus auf die nächste Generation

Die jährliche Gesundheitsstudie der CSS, durchgeführt von der Forschungsstelle Sotomo, zeigte 2025: Besonders die junge Generation steht unter Druck und fühlt sich gestresst.

Das spiegelt sich auch in der Arbeitswelt wider. Junge Menschen fragen sich oft, ob sie Probleme überhaupt ansprechen dürfen und mit welchen Konsequenzen sie rechnen müssen. Um einen offenen Dialog zu fördern, nutzen die Ausbildungsverantwortlichen bei der CSS die digitale Plattform «Moodtalk».

Transparenz und Ratschläge für Lernende

Die 138 Lernenden werden regelmässig anonym befragt, wie es ihnen geht. Dieses Stimmungsbild schafft Transparenz. Gleichzeitig bietet die Plattform konkrete Ratschläge, etwa zum Umgang mit Kritik oder zu wertschätzendem Feedback.

Ein aktuelles Beispiel: der Umgang mit Geschäftsmails auf dem Handy. «Uns ist wichtig, dass wir die Lernenden für eine Balance von Arbeit und Freizeit sensibilisieren und sie auf eine bewusste Abgrenzung hinweisen», betont Andrea Hunkeler.

Messbare Wirkung statt Symbolpolitik

Die Gesundheit am Arbeitsplatz ist das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels zwischen den Bedingungen am Arbeitsplatz und der individuellen Lebenssituation der Mitarbeitenden. Berufliche Anforderungen wirken sich auf das Privatleben aus und umgekehrt.

«Es handelt sich um ein gegenseitiges Wechselspiel. Uns als Arbeitgeberin ist es ein grosses Anliegen, alles Mögliche zu unternehmen, damit unsere Mitarbeitenden gesund bleiben. Davon profitiert nicht nur das Arbeitsumfeld, sondern auch das Privatleben», betont Priska Duss.

Das Konzept der CSS zahlt sich aus. Die Absenzquote konnte im letzten Jahr gesenkt werden. «Wir machen keine Pflästerli-Politik», fasst Duss zusammen. «Wir hören zu, analysieren und handeln systematisch und nachhaltig. Das ist der Unterschied.»

Unterwegs in Sachen Gesundheit: Andrea Hunkeler und Priska Duss im CSS-Hauptsitz in Luzern.
Seit 2013 ist die CSS mit dem Label «Friendly Work Space» zertifiziert.
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Unterwegs in Sachen Gesundheit: Andrea Hunkeler und Priska Duss im CSS-Hauptsitz in Luzern.
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Seit 2013 ist die CSS mit dem Label «Friendly Work Space» zertifiziert.

Die Vorteile eines funktionierenden BGM

Mit den BGM-Services unterstützt Gesundheitsförderung Schweiz Organisationen und Betriebe beim Aufbau eines systematischen betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM).

Gesunde Mitarbeitende sind ein entscheidender Faktor für den Unternehmenserfolg. Alle Angebote wurden mit Fachleuten aus Wirtschaft und Wissenschaft entwickelt und werden laufend optimiert:

  • «Job-Stress-Analysis» gibt einen detaillierten Überblick über das Stressgeschehen in der Organisation. Ressourcen, Belastungen und das Befinden werden auf Team-, Abteilungs- und Organisationsebene dargestellt. Damit werden gezielt Stressfaktoren reduziert und Ressourcen von Mitarbeitenden gestärkt.

  • KMU: alltagstaugliche Tools für Führungskräfte und HR-Verantwortliche, kostenlos, schnell und einfach im Alltag einsetzbar. Zum Beispiel geben das «Ge(h)spräch» mit Nikin-CEO Nicholas Hänny oder das Interview mit der Neuropsychologin Barbara Studer weitere Inputs.

  • «Apprentice» unterstützt Berufsbildende dabei, die psychische Gesundheit von Lernenden zu fördern.

  • New Work: Die Arbeitswelt wandelt sich, die BGM-Services unterstützen mit Informationen und Hilfsmitteln zur Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz der Zukunft.

  • Weiterbildungen mit praxisbezogenem Wissen für das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) in der Organisation.

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