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Ein Hof mit Haltung: Zu Besuch bei einem Schweizer Mastbetrieb

Familie Isenegger führt im Aargauer Freiamt einen Schweinemastbetrieb mit eigener Zucht. Urban Isenegger übernahm den Hof von seinem Vater und hat ihn nachhaltig um- und ausgebaut.

Man kann in Aettenschwil AG lange laufen, ohne vielen Menschen zu begegnen. Auch der Hof der Familie Isenegger ist von dieser Ruhe erfüllt. Ihre Muttersauen haben am Morgen zu fressen bekommen und entspannen sich jetzt auf einem Bett aus Stroh. Die Stille im Stall ist vollkommen.

«Eigentlich sind Schweine laute Tiere», erklärt Urban Isenegger. Als wollten sie ihm recht geben, beginnen wenig später Dutzende Ferkel zu schreien. Sie hängen an den Zitzen ihrer Mütter und warten ungeduldig, bis die Milch kommt.

Der Geräuschpegel täuscht darüber hinweg, mit welcher Ordnung hier alles vonstattengeht. Alle Muttersauen in diesem Raum säugen gleichzeitig, wobei jedes Ferkel immer dieselbe Zitze nimmt. Und mit wenigen Ausnahmen begreifen die Jungtiere von Geburt weg: Wo es warm und trocken ist, lege ich mich hin; mein Geschäft verrichte ich möglichst weit weg.

Weg von der konventionellen Produktion

Urban Isenegger mochte Schweine schon als Kind. Trotzdem findet er rückblickend, er sei fast zufällig in die Fussstapfen seines Vaters getreten. «Ich war das vierte von sechs Kindern, die Älteren hatten kein Interesse und der Jüngste war zu klein – da blieb nur noch ich», sagt der 45-jährige Landwirt. Zusammen mit seinem Vater stellte er den ehemals reinen Mastbetrieb auf Zucht und Mast um. Das heisst: Fortan wurden keine Tiere mehr von Ausserhalb zugekauft.

Bevor er einwilligte, den Betrieb zu übernehmen, stellte der damals 20-Jährige eine Bedingung: «Bei der konventionellen Produktion mache ich nicht mehr mit.» 2003 liess er den Stall für Muttersauen umbauen, 2005 kam der neue Maststall dazu, 2017 dessen Erweiterung. Heute bewirtschaftet er den Betrieb zusammen mit seiner Frau Fabienne und einem Vollzeitangestellten gemäss den Richtlinien von IP-Suisse.

Schattennetze, Sprinkleranlagen, Kratzbürsten

Dank umfangreicher Investitionen können die Iseneggers 1000 Tiere in ihren zwei Ställen halten, die alle Auflagen des Labels IP-Suisse erfüllen: Mehr Platz pro Tier, eingestreute Liegeflächen und jederzeit Auslauf. Nur die säugenden Mutterschweine sowie die sogenannten Jager dürfen nicht raus – Letztere wurden eben erst von der Mutter getrennt und sind in dieser heiklen Phase besonders empfindlich.

Für alle anderen gibt es draussen ein Schattennetz und Sprinkleranlagen für heisse Tage sowie automatische Kratzbürsten. Urban Isenegger ist es wichtig, dass seine Tiere stets Zugang zu Heu und Stroh haben: «So können sie ihrem Wühlinstinkt nachgehen und endlos auf dem Heu kauen.» Die Muttersauen bauen mit dem Stroh kurz vor der Niederkunft ein Nest, genau wie in der Natur. Ein Anblick, der die Iseneggers immer wieder aufs Neue fasziniert. Zu diesen Tieren entwickeln die beiden eine Beziehung, da sie im Unterschied zu den Mastschweinen mehrere Jahre auf dem Hof bleiben.

Drei Monate, drei Wochen, drei Tage

Die Arbeit auf dem Hof folgt einem bestimmten Rhythmus: «Alle zwei Wochen kommen bei uns Ferkel auf die Welt und alle zwei Wochen verlassen uns Mastschweine Richtung Schlachthof», sagt Fabienne Isenegger, die ebenfalls regelmässig bei vielen Arbeiten im Stall mithilft. Die Muttersauen werden erneut besamt und nach drei Monaten, drei Wochen und drei Tagen gebären sie rund ein Dutzend Ferkel. Nach rund sechs Monaten Aufzucht und Mast sind diese auf 100 bis 120 Kilo angewachsen und somit schlachtreif.

Unter den weiblichen Ferkeln werden die besten für die Zucht ausgewählt und separat aufgezogen, um später zur Gruppe der 80 Muttersauen und dem einen Eber zu stossen. So beginnt der Zyklus immer wieder von Neuem. Alles in allem viel und harte Arbeit, Montag bis Sonntag. Der Ältere der beiden Söhne hat vorerst andere Pläne, bei seinem kleinen Bruder ist nicht auszuschliessen, dass er den Betrieb eines Tages übernehmen möchte. Ein bisschen wie damals beim jungen Urban.

Saugut zu wissen: 5 Fakten über Schweizer Schweinefleisch

  1. Schweinefleisch ist das beliebteste Fleisch der Schweizerinnen und Schweizer, das jährliche Angebot pro Kopf beträgt rund 19 Kilo.

  2. Schweinefleisch enthält besonders viel Vitamin B1, deutlich mehr als Rind oder Geflügel. Vitamin B1 unterstützt Nerven, Herz und Konzentration.

  3. Im Gegensatz zu anderen Fleischsorten erreicht die Schweiz beim Schweinefleisch 92 Prozent Selbstversorgung.

  4. Trotz seines Rufs ist Schweinefleisch dank moderner Zuchtlinien heute deutlich magerer als früher. Zu den fettarmen Teilstücken zählt etwa der Stotzen mit rund 5 Prozent Fett.

  5. Als Allesfresser sind Schweizer Schweine wichtige Verwerter von Nebenprodukten aus der Lebensmittelverarbeitung.

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