Am Bahnsteig stehen zwei Koffer nebeneinander. Im einen befinden sich Sneaker, eine fancy Sonnenbrille für die Rooftop-Bar und eine Kopfschmerztablette auf Vorrat. Im anderen liegen ein Bademantel, ein Buch, das seit drei Wochen auf Seite 40 hängt, sowie Ohropax für alle Fälle.
Es sind zwei Koffer für zwei völlig gegensätzliche Vorstellungen von einem perfekten Wochenende. Die Reisenden müssen sich jedoch nicht entscheiden, denn es geht nach Frankfurt und Wiesbaden. Diese zwei Städte liegen keine 32 Minuten Zugfahrt auseinander und lassen in Kombination keine Wünsche offen.
Rund 304 Kilometer und knapp vier Stunden Zugfahrt ab Zürich HB erreichbar
Nur 30 Kilometer und 32 Zugminuten von Wiesbaden entfernt, Direktverbindungen im 15-Minuten-Takt
Skyline mit Main Tower direkt neben dem traditionsreichen Sachsenhausen
Hat sogar einen eigenen Weinberg auf dem Lohrberg, der einen tollen Blick über die Region bietet
Schifffahrten auf dem Main starten jede volle Stunde
Wer nur an Börse und Messehallen denkt, kennt Frankfurt noch nicht wirklich. Zwischen Apfelweinlokalen und Rooftop-Bars zeigt die Stadt eine ganz andere Seite.
In Sachsenhausen steht das Nox, ein bunt bemaltes «Wasserhäuschen» in der Holbeinstrasse. Solche Kioske entstanden im 19. Jahrhundert als Mineralwasserbuden, heute gibt es hier Kaffee aus einer kleinen Frankfurter Rösterei und abends ein Bier unter Nachbarn. Ein Stück Stadtgeschichte, das mit jedem Schluck weiterlebt.
In der legendären Frankfurter Kleinmarkthalle verkaufen über 60 Händler seit 1954 auf 1500 Quadratmetern Feinkost aus aller Welt. Das Angebot reicht von der klassischen Frankfurter Grünen Sosse bis zu importierten Delikatessen. Mit einem Glas Wein auf der Empore geniesst du den besten Blick auf das bunte Treiben unten in der Halle.
Wer hätte gedacht, dass Frankfurts einziger Innenstadt-Strand auf einem Parkdach liegt? Der Citybeach an der Konstablerwache bringt Pool, Beachvolleyballfeld und Liegestühle über die Dächer der Stadt. Im Winter wird daraus kurzerhand die CityAlm mit Glühwein und Kaiserschmarrn.
Frankfurter sagen nicht, sie gehen zum Gemalten Haus, sie gehen «ins Gemalte». Die traditionsreiche Apfelweinwirtschaft in Sachsenhausen besteht seit 1936 und verdankt ihren Namen den kunstvollen, historischen Wandmalereien im Gastraum. Serviert werden Rippchen mit Kraut sowie die preisgekrönte Grüne Sosse – und das alles unter der augenzwinkernden Philosophie: «Ein Leben ohne Apfelwein ist möglich, aber sinnlos.»
Im modernen Wolkenkratzer One Forty West Tower serviert das Restaurant Oben auf 85 Metern Höhe gehobene spanische Küche. Durch die riesigen Fensterfronten erlebst du einen fantastischen Panoramablick auf die Frankfurter Skyline und den Taunus. Das Beste an Frankfurt ist, dass dieser spektakuläre Ausblick kein Einzelfall bleibt. Viele der modernen Hotels in der Stadt setzen auf bodentiefe Fenster und Rooftop-Konzepte, sodass du die Skyline an fast jeder Ecke geniessen kannst.
Nach Cocktail und Skyline-Blick in Frankfurt ist es Zeit für einen Szenenwechsel: Eine halbe Zugstunde entfernt wartet Wiesbaden, dafür aber auch mit einer Überraschung, die selbst die Erholungssuchenden nochmals wachrüttelt.
Rund 320 Kilometer und knapp viereinhalb Stunden Zugfahrt ab Zürich
Rund 32 Zugminuten von Frankfurt entfernt, Direktverbindungen im 15-Minuten-Takt
Mit 26 Thermal- und Mineralquellen und eines der ältesten Kurbäder Europas
Landeshauptstadt von Hessen, direkt im Weinanbaugebiet
Im Museum Wiesbaden hängt seit Jahren das Jugendstilbild «Ophelia» von Friedrich Heyser. Als Taylor Swift sich für das Musikvideo zu «The Fate of Ophelia» sichtlich davon inspirieren liess, verwandelte sich das Museum quasi über Nacht in eine Pilgerstätte für Swifties aus aller Welt.
Am Kochbrunnen sprudelt bis heute Wasser mit 67 Grad aus rund 2000 Metern Tiefe. Hier badeten schon die Römer. Das prunkvolle Kurhaus trägt die Inschrift «Aquis Mattiacis», den Wassern der Mattiaker gewidmet, und bildet mit dem Kurpark das Herzstück der Stadt.
Die historische Nerobergbahn fährt seit 1888 rein mit Wasserballast auf Wiesbadens Hausberg hinauf. Oben warten ein Kletterwald in den Baumwipfeln, das Opelbad als eines der schönsten Freibäder Deutschlands und eine goldbekuppelte russisch-orthodoxe Kirche.
Auf einem versteckten Plateau oberhalb des einzigen Weinbergs der Stadt schenkt das Château Nero Rheingauer Wein aus, darunter den weltbekannten Neroberger Riesling aus den umliegenden Reben. Der Ausblick reicht bis nach Rheinhessen.
Für ein echtes Stück Wiener Kaffeehauskultur musst du nicht nach Österreich reisen, denn im Herzen der Stadt liegt das Café Maldaner. Seit 1859 darf sich das geschichtsträchtige Lokal als erstes Café ausserhalb Österreichs offiziell «Original Wiener Kaffeehaus» nennen. Mit seinen roten Polstermöbeln, Kronleuchtern und dem nostalgischen Charme ist es der perfekte Ort, um Sachertorte und Melange in absolut authentischem Ambiente zu verköstigen.
Am Bahnsteig zurück nach Zürich stehen dieselben zwei Koffer wieder nebeneinander, nur diesmal etwas voller. Im einen klemmt zwischen Sneakers ein Ophelia-Postkärtchen, im anderen duftet der Bademantel leicht nach Apfelwein.
Falls deine Packliste auch regelmässig an akuter Unentschlossenheit leidet, gibt es nur eine logische Konsequenz: Such dir ein Reisedatum aus und buche deinen Städtetrip nach Frankfurt und Wiesbaden.
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