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Arda Saatçi: Der Mann, den (fast) alle «Cyborg» nennen

Für seinen 600-Kilometer-Lauf durch die USA trainierte Arda Saatçi mit ungewöhnlichen Methoden und brachte Körper und Kopf an ihre Grenzen. Welches unerwartete Gefühl ihn im Ziel erwartete, erzählt der Extremsportler im «The Red Bulletin».

© Daniel Gracanin

Arda Saatçi (28) ist spätestens seit diesem Frühling auch in der Schweiz vielen sportbegeisterten Menschen ein Begriff. Der deutschtürkische Extremsportler lief in den USA 600 Kilometer nonstop, unterbrochen nur von kurzen Naps, vom Badwater Basin im Death Valley bis zum Santa Monica Pier in Los Angeles.

Für solche unfassbaren Willensleistungen im Netz bekam er von seinen Fans den Spitznamen «Cyborg» verpasst. «Ein nettes Kompliment», meint Arda über die Bezeichnung gegenüber dem Magazin «The Red Bulletin».

© Daniel Gracanin

Arda Saatçis Mutter mag den Spitznamen Cyborg nicht

«Halb Mensch, halb Maschine. Ein Player aus der Zukunft, ohne Angst und mit endloser Energie. Aber in der Science-Fiction-Literatur ist der Cyborg auch immer ein einsames Wesen», beschreibt das Magazin die Figur, die gefangen zwischen der Welt der Roboter und jener der Menschen ist. «Meine Mama mag den Spitznamen nicht so», sagt Arda lächelnd.

In jungen Jahren träumte der Berliner von einer Karriere als Fussballprofi, ehe er mit 18 realisierte, dass daraus nichts werden würde. «Es hat nicht gereicht. Ich hab mein Potenzial nicht ausgeschöpft», gibt Arda offen zu. Nach dem Fussball kam der Wechsel zum Boxen. «Ich habe einen Sport gesucht, in dem ich keine Ausreden mehr habe», erklärt er. «Beim Fussball kann man den Misserfolg immer auf die falschen Laufwege der Mitspieler schieben. Beim Boxen bin ich ganz allein schuld, wenn ich auf die Nase bekomme.»

© Murat Aslan

30-Kilometer-Läufe um 4 Uhr morgens

Neben dem Boxen fand Arda auch Gefallen an Krafttraining und Langstreckenläufen. Während seines BWL-Studiums stand er teilweise um vier Uhr morgens auf, um vor der ersten Vorlesung 30 Kilometer zu laufen. In dieser Zeit lernte er den Streamer Elias Nerlich kennen, der ihn und seinen Sport promotete.

Auf dem Weg zu seinem 600-Kilometer-Lauf in den USA bereitete sich Arda mit unkonventionellen Mitteln vor. So rannte er gemäss dem Magazin «The Red Bulletin», um die Monotonie zu trainieren, 100 Kilometer um den Block. Oder er habe beim Rennen vier Pullover getragen, um den Hitzestress zu simulieren. «Arda ist ein Bulle, er hat enorme Resilienz. Kriegt einen Krampf und läuft am zweiten Tag ganz normal», schwärmt Ardas Physiotherapeut Gzim über den Extremsportler.

In Santa Monica schämte sich Arda kurze Zeit ein wenig, weil er seine angepeilte Zielzeit verpasst hatte. «Alle haben so hart für mich gearbeitet», sagt er. «Ich hatte das Gefühl, ich hätte sie enttäuscht.» Wenig später änderte sich seine Gefühlslage aber, als er das überwältigend positive Feedback von seinem Team und seinen Fans erhielt.

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Der Beitrag erscheint hier aufgrund einer Publishing-Kooperation mit The Red Bulletin.