Beim Rüsten von Obst und Gemüse greifen viele von uns automatisch zum Sparschäler. Dabei ist das bei zahlreichen Früchten und Gemüsen nicht nötig. In und direkt unter der Schale stecken zudem häufig wertvolle Nahrungsfasern und Pflanzenstoffe. Wer sie mitisst, spart sich nicht nur Arbeit, sondern verwertet auch mehr vom Lebensmittel.
Also einfach aufs Schälen verzichten? Ganz so einfach ist es leider nicht. Ob du die Schale mitessen kannst, hängt vom Lebensmittel, der Sorte und manchmal auch von der Zubereitung ab. Einige Schalen sind hart oder schwer verdaulich, andere schlicht Geschmackssache. Und bei wieder anderen ist tatsächlich Vorsicht angesagt!
Bei konventionell angebauten Früchten und Gemüsen können Rückstände von chemisch-synthetischen Pestiziden auf der Oberfläche vorhanden sein. Durch das Waschen lassen sich diese grösstenteils abspülen. Knospe-Produzentinnen und -Produzenten verzichten bei ihren Bio-Produkten auf deren Einsatz.
Gründlich unter fliessendem Wasser waschen solltest du Knospe-Produkte trotzdem – in erster Linie aus hygienischen Gründen. Auf dem Weg vom Feld bis in deine Küche können Erde, Staub und andere Verunreinigungen auf der Oberfläche landen.
Zitronen und Orangen: Wenn die Schale zur Zutat wird
Warum steht in Backrezepten so häufig ausdrücklich, man solle eine «Bio-Zitrone» verwenden? Ganz einfach: Für Zitronenabrieb wird die Schale selbst zur Zutat. Auch bei Orangen sorgt fein abgeriebene Schale in Kuchen, Desserts oder Saucen für intensives Aroma.
Und Zitrusschalen können noch mehr. Kandiert werden sie zur Süssigkeit oder Backzutat. Zitronat und Orangeat sind bekannte Beispiele dafür. Die weisse Schicht unter der Schale schmeckt allerdings deutlich bitterer und wird deshalb beim Abreiben normalerweise ausgespart.
Kürbis: Beim Hokkaido ein klares Ja – bei anderen Sorten kommt es drauf an
Beim Kürbis gilt keine Einheitsregel. Der Hokkaido ist der Sonderfall, bei dem das Schälen wirklich unnötig ist: Seine Schale wird beim Garen weich und lässt sich problemlos mitessen – ob püriert oder direkt aus dem Ofen.
Bei anderen Sorten wie Butternuss oder Spaghettikürbis bleibt die Schale auch nach dem Garen meist fest. Kulinarisch ist das wenig überzeugend. Je nach Gericht und persönlichem Geschmack lohnt sich das Schälen also durchaus.
Tipp: Wird Butternuss mit Schale im Ofen gebacken, lässt sie sich danach einfach entfernen.
Äpfel und Birnen: einfach reinbeissen!
Bei Äpfeln und Birnen gibt es keinen Grund, zum Sparschäler zu greifen. Die Schale ist essbar und liefert zusätzliche Nahrungsfasern und Pflanzenstoffe.
Beim Kochen und Backen darf die Schale meistens dranbleiben. Für Apfelkuchen, Kompott oder Birnen aus dem Ofen ist es vor allem eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Rüebli: Waschen reicht meistens
Rüebli werden häufig geschält, obwohl das nicht notwendig ist. Sind sie frisch und unbeschädigt, reicht Waschen oder Abbürsten in der Regel aus.
Besonders praktisch ist das bei Ofengemüse: Rüebli waschen, längs halbieren, würzen und direkt aufs Blech legen.
Kiwi: Eine haarige (aber essbare) Angelegenheit
Die vielleicht grösste Überraschung: Kiwis kannst du mitsamt ihrer Schale verzehren. Diese ist essbar und liefert zusätzliche Nahrungsfasern.
Ob du das möchtest, ist eine andere Frage. Die feinen Härchen und die etwas festere Textur sind nicht jedermanns Sache.
Süsskartoffeln: Voll und ganz ab in den Ofen
Süsskartoffeln sind ein echtes Trend-Gemüse. Sie lassen sich wunderbar kreativ auf unterschiedliche Weise zubereiten. Und: Ihre Schale kannst du ruhig mitessen.
Besonders gut funktioniert das bei Ofengerichten: in Spalten oder Würfel schneiden, etwas Öl und Gewürze dazu und samt Schale rösten. So sparst du dir einen Arbeitsschritt und produzierst weniger Küchenabfall.
Kartoffeln: Hier ist Vorsicht angesagt
Kartoffeln sind der Sonderfall in dieser Liste. Sie bilden giftige Pflanzenstoffe zur Abwehr, die in grösseren Mengen gesundheitsschädlich sind. Der bei Kartoffeln als Solanin bekannte Stoff kommt vor allem im Schalenbereich, in Keimen und grünen Stellen vor. Junge Kartoffeln mit frischer, unverletzter Schale kannst du zwar ungeschält essen, trotzdem lohnt sich ein genauer Blick auf die Knolle.
Grüne Stellen und Keimansätze solltest du grosszügig entfernen. Stark grüne, stark keimende oder bitter schmeckende Kartoffeln gehören auf keinen Fall auf den Teller. Da jüngere Kinder wegen ihres geringeren Körpergewichts empfindlicher auf Solanin reagieren, empfiehlt es sich, ihnen geschälte Kartoffeln zu servieren.
Bio Suisse steht für eine Landwirtschaft, die natürliche Ressourcen sorgfältig nutzt. Knospe-Bäuerinnen und -Bauern verzichten auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden und Kunstdünger. Sie fördern die Bodenfruchtbarkeit und die Biodiversität.
Dazu kommen strenge Richtlinien für Tierwohl, Verarbeitung und Importe. So steht die Knospe für hochwertige Lebensmittel, nachhaltigen Genuss und einen verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt.
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