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Macht KI die bessere Musik? Das Zürcher DJ-Duo Adriatique packt aus

Phantom-Bands in den Charts und ganze Songs auf Knopfdruck: Die Musikwelt erlebt einen monumentalen Wandel. Das Zürcher Erfolgs-Duo Adriatique verrät im Gespräch, wie KI die Kulturszene verändert.

© Shala & Schweizer Innovations KLG

Über eine Million Hörer für eine Band, die gar nicht existiert. Als die Gruppe «The Velvet Sundown» im Sommer 2025 die Spotify-Charts eroberte, ahnte niemand etwas: Weder die Bandmitglieder noch die Songs waren von Menschen gemacht. Alles stammte aus dem Computer. Und der virale Erfolg war trotzdem da.

Künstliche Intelligenz kann heute Stimmen täuschend echt nachahmen, catchy Melodien «komponieren» und herzzerreissende Lyrics zaubern. Was bedeutet das für die Kunst? Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, wie oft die Musikbranche schon ihr Ende kommen sah: Der Synthesizer galt als Betrug am Instrument, der Sampler als Diebstahl, der Drumcomputer als Ende des Schlagzeugs. Und doch wuchsen daraus neue Genres.

Die Zukunft der Musik – oder seelenloser Einheitsbrei?

KI öffnet heute die nächste Tür. Wer durchgeht, findet sich in einem virtuellen Produktionsstudio mit fast unbegrenzten Möglichkeiten wieder. Doch haben Algorithmen wirklich die Macht, echte Musik-Kultur abzulösen, oder erzeugen sie am Ende nur perfekt polierten Einheitsbrei?

Adrian Shala und Adrian Schweizer, besser bekannt unter dem Namen Adriatique, gelten als internationale Stars der elektronischen Musikszene. Im Interview spricht das Produzenten- und DJ-Duo über seine Erfahrung mit KI und die Zukunft der Musik.

Adrian Shala und Adrian Schweizer, der Erfolg des KI-Musikprojekts «The Velvet Sundown» hat eine ganz schön grosse Kontroverse ausgelöst. Was sagt ihr: Macht KI die besseren Songs?
Adrian Shala:
 Die Frage ist: Was bedeutet überhaupt «besser»? KI kann schon heute sehr gut analysieren, welche Melodien, Sounds oder Strukturen funktionieren. Und das wird sicher noch viel besser werden.

Aber die Musik, die uns geprägt hat, war selten perfekt. Oft waren es gerade ungewöhnliche Entscheidungen, kleine Fehler oder Dinge, die eigentlich keinen Sinn ergeben haben, die einen Song besonders gemacht haben. Vielleicht kann KI irgendwann den perfekten Song generieren. Ob das automatisch der interessantere Song ist, ist eine andere Frage.

Ihr habt mehr als 15 Jahre Erfahrung im Musikbusiness. Wie nehmt ihr die Auswirkungen von KI in der Kulturszene im Allgemeinen und in der Musikbranche im Speziellen wahr?
Adrian Schweizer:
 Elektronische Musik war schon immer eng mit Technologie verbunden. Synthesizer, Drum Machines, Sampling, Computer, Plugins – neue Technologien haben immer wieder verändert, wie wir Musik machen. Deshalb sehen wir KI auch nicht grundsätzlich als Bedrohung. Im Gegenteil, wir finden es spannend.

Der Unterschied ist vielleicht, dass KI nicht mehr nur ein neues Werkzeug ist. Sie kann mittlerweile selbst kreative Entscheidungen simulieren und innerhalb von Sekunden komplette Ideen liefern. Dadurch wird wahrscheinlich noch viel mehr Musik entstehen. Die spannende Frage wird dann eher sein: Wer hat wirklich etwas Eigenes zu sagen?

Wo, wenn überhaupt, kommt KI in eurer Arbeit zum Einsatz?
Adrian Shala:
 Wir experimentieren damit. Es wäre auch komisch, so eine Entwicklung komplett zu ignorieren.

Für uns ist es momentan eher ein zusätzliches Werkzeug. Um Ideen auszuprobieren, Inspiration zu bekommen oder bestimmte Prozesse schneller zu machen. Das betrifft Musik, aber beispielsweise auch visuelle Ideen rund um unsere Projekte.

Was wir nicht machen, ist uns hinzusetzen und zu sagen: «Mach uns einen Adriatique-Track!». Das wäre für uns nicht besonders interessant. Spannend wird es, wenn die Technologie eine eigene Idee erweitert oder uns irgendwohin bringt, wo wir selbst vielleicht nicht sofort hingekommen wären.

Glaubt ihr, dass das Publikum in fünf Jahren überhaupt noch Wert darauf legt, einen Menschen hinter den Reglern zu sehen?
Adrian Schweizer:
 Ja. Vielleicht sogar mehr als heute. Je digitaler unsere Welt wird und je mehr künstlich erzeugte Inhalte uns umgeben, desto wertvoller werden wahrscheinlich echte menschliche Erlebnisse.

Das erleben wir jedes Wochenende. Menschen reisen teilweise durch die halbe Welt und kommen mit Tausenden anderen an einem Ort zusammen. Die kommen nicht einfach, um eine Audiodatei zu hören. Sie wollen diesen Moment erleben, die Energie spüren und Teil von etwas sein. Wir glauben nicht, dass dieses Bedürfnis durch KI verschwinden wird. Eher im Gegenteil.

Heute stehen KI-Tools allen zur Verfügung: Was ratet ihr jungen Menschen, die in die Musikproduktion einsteigen?
Adrian Shala:
 Alles ausprobieren. Es gibt keinen Grund, sich neuen Technologien zu verschliessen. Heute kann man mit einem Laptop Dinge machen, von denen wir am Anfang nur träumen konnten. KI wird diese Möglichkeiten noch einmal enorm erweitern.

Aber wenn jeder Zugang zu denselben Tools hat, wird Geschmack umso wichtiger. Die Technologie allein wird dich nicht von anderen unterscheiden. Man muss herausfinden, was die eigene Handschrift ist. Technologie kann dir helfen, schneller ans Ziel zu kommen. Aber du musst immer noch wissen, wohin du eigentlich willst.

Hat KI das Zeug, Musik zu generieren, die eine Seele hat?
Adrian Schweizer:
 KI kann definitiv Musik erzeugen, die bei einem Menschen Emotionen auslöst. Wenn dich ein Song berührt, ist dieses Gefühl ja real, egal wie der Song entstanden ist. Aber für uns gehört zu «Seele» noch etwas anderes. Da geht es um Erfahrungen, Intention und darum, warum jemand überhaupt etwas geschaffen hat.

Ein Künstler verarbeitet sein Leben, seine Umgebung und seine Emotionen in seiner Musik. KI kann das Ergebnis davon vielleicht irgendwann perfekt imitieren. Aber sie hat diese Erfahrungen nicht selbst gemacht. Und für uns macht das einen Unterschied.

Über Adriatique

© Thea Moser

Adriatique zählt zu den international gefragtesten Acts der elektronischen Musikszene. Hinter dem 2009 gegründeten Zürcher Duo stehen Adrian Shala und Adrian Schweizer. Neben eigenen Produktionen veröffentlichten sie Remixes für Moby, RÜFÜS DU SOL und The Weeknd. 2016 gründeten sie mit Siamese ihr eigenes Label.

Was passiert, wenn elektronische Musik auf die kollektive Kreativität der Fans trifft?

Dieser Frage widmete sich die Zusammenarbeit zwischen Philip Morris Schweiz und dem Zürcher Elektro-Duo Adriatique. Im Zentrum stand ein Projekt, das erstmals den kreativen Austausch zwischen Künstlern und Publikum ermöglicht hat.

Statt einen neuen Track ausschliesslich im Studio zu produzieren, liessen sich Adriatique von ihren Fans inspirieren. Dafür stellte Philip Morris Schweiz speziell entwickelte Remix- und Aufnahmestationen bereit, an denen erwachsene Nutzer eigene Sound-Samples und Remixe einreichen konnten, die Adriatique in einen ihrer Tracks einfliessen liessen.

Die Kooperation zeigt, wie neue Technologien und interaktive Formate kreative Prozesse öffnen können.

Für Philip Morris Schweiz steht das Projekt auch für einen breiteren Wandel: Das Unternehmen verfolgt die Vision einer rauchfreien Zukunft und investiert seit Jahren in die Entwicklung rauchfreier Alternativen für erwachsene Raucherinnen und Raucher, die sonst weiterhin Zigaretten rauchen würden.

Die Zusammenarbeit mit Adriatique nimmt diesen Innovationsgedanken ebenfalls auf: Menschen aktiv einbinden, neue Perspektiven eröffnen und Gewohntes hinterfragen. So entstand ein Projekt, das Musik, Technologie und Community verbindet und zeigt, wie Co-Kreation heute funktionieren kann.

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Dieser Beitrag wurde von Commercial Publishing in Zusammenarbeit mit Philip Morris Switzerland Sàrl erstellt. Commercial Publishing ist die Unit für Content Marketing, die im Auftrag von 20 Minuten kommerzielle Inhalte produziert.