Die USA haben hohe Schulden, und der Handelskrieg mit China ist noch nicht vorbei. Beides spricht nicht für bald steigende Zinsen.
Die USA haben hohe Schulden, und der Handelskrieg mit China ist noch nicht vorbei. Beides spricht nicht für bald steigende Zinsen. Keystone
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Was die Zinssätze unten hält

HIT THE MARK Warum tiefe Zinsen gut sind für Anleger. Und ein Blick voraus auf die Zinsentwicklung im nächsten Jahr.

Von Mark van Huisseling

Anleger haben ein interessanteres Leben. Denn wer nicht genug Geld hat, um zu investieren, Nichtanleger also, für den ist die tägliche Entwicklung von Zinssätzen so langweilig wie Farbe, die trocknet.

Wer hingegen «skin in the game» hat, wie es in Amerika heisst, also mit seiner Haut respektive seinem Geld im Spiel ist, für den ist die Zinskurve interessanter als irgendwelche anderen Kurven, inklusive jener, die es beim «Bachelor» zu sehen gibt.

In den vergangenen Jahren allerdings war die Zinskurve weniger kurvig als die meiste Zeit zuvor – sie verlief mehr oder weniger in einer geraden Linie, von kleinen Ausreissern abgesehen. Doch wilde Ausschläge wie in den 1970er-, 1990er- oder 2000er-Jahren waren nicht im Angebot. Und diese mehr oder weniger gerade Linie ging stetig leicht nach unten.

Kontinuierlich sinkende Zinsen mögen die meisten Anleger am liebsten. Doch wann ändert sich die Lage, wann ziehen die Zinsen wieder stark an? Denn, das ist die unterliegende Logik – was hochgeht, muss auch wieder runtergehen respektive umgekehrt.

Bevor wir zu den Antworten kommen, eine kleine nicht abschliessende Aufzählung der Vorteile niedriger Zinsen: Sie sorgen für tiefe Hypothekenkosten und in der Folge hohe Immobilienpreise. Was Anleger freut, die bereits in «Betongeld» investiert sind.

Auch Aktienkurse steigen in der Regel, wenn die Zinsen runtergehen. Weil Aktien dank möglichen Kursgewinnen interessantere Anlagemöglichkeiten bieten. Dito für Anleihen-, also Obligationenkurse. Nicht so gut sind tiefe Zinsen dagegen für Sparer, weil sie auf Bankguthaben, Festgeld et cetera fast nichts mehr verdienen.

Länder mit hohen Schulden wollen keine höheren Zinsen.

Ein zweiter Abstecher in die Volkswirtschaftslehre: Wer ist für das Zinsniveau verantwortlich? Einerseits sind es die Zentralbanken; die Schweizerische Nationalbank SNB, die Europäische Zentralbank EZB und die Federal Reserve Fed von Amerika, wenn auch nicht in dieser Reihenfolge. Sie legen die Leitzinsen fest, die Geschäftsbanken zahlen müssen, wenn sie Geld wollen.

Und der zweite Teil der Antwort: der Kapitalmarkt. Wenn ein Unternehmen einen Kredit von Anlegern, nicht von einer Bank, möchte, richtet sich der Zins nach der Bonität des Schuldners und der Lage auf den Märkten.

Die Mehrheit der Marktbeobachter geht davon aus, dass die Zinsen, jedenfalls in Europa und somit auch in der Schweiz, noch länger auf sehr tiefem Niveau, teilweise im Minusbereich bleiben. In Amerika sind die Zinsen seit Sommer ebenfalls wieder gesunken – das Zielband für die «Fed Funds Rate» ist zwischen 2,25 und 2,5 Prozent, ein halber Prozentpunkt unter dem Stand von früher im Jahr –, sie liegen aber höher als bei uns.

Einen der Gründe, weshalb keine Zinserhöhung droht, sieht Walter Müller, Geschäftsführer von Genève Invest, einem Vermögensverwalter und Auftraggeber diese Artikelserie, in der hohen Verschuldung wichtiger Volkswirtschaften. Amerika hat zurzeit ausstehende Kredite von rund 22 Billionen Dollar, die Länder der Europäischen Union von fast 10 Billionen Euro, Deutschland allein schuldet seinen Gläubigern 2 Billionen.

Das sind Riesenzahlen mit vielen Nullen – eine Billion hat zwölf davon. Wenn diese Länder wieder normale Zinsen zahlen müssten, hätte dies scharfe Sparmassnahmen zur Folge oder sogar ein Aussetzen des Schuldendienstes, sagt Müller: «Weshalb die Länder beziehungsweise deren Zentralbanken Einfluss darauf nehmen werden, dass dies nicht passiert.»

Trump und seine China-Politik: Klicken Sie sich durch die Tweets des US-Präsidenten zum Handelsstreit.
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Trump triumphiert: Viel Geld für patriotische Farmer, dank reinströmenden Zöllen.
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«China hebt Zölle auf.» Ein Erfolg für den US-Präsidenten.
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Sympathisch bescheiden: «China schneidet schlecht ab, während sich die USA unter der Führung eures Lieblingspräsidenten zu neuen Höhen aufschwingen.»
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Wer braucht schon den Kongress: «Wenn der Deal fertig ausgehandelt ist, werde ich ihn selber im Namen unseres Landes unterzeichnen.»
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Der Grösste und Beste – nein, nicht Trump, sondern der Deal, den der Präsident für die Farmer der Vereinigten Staaten ausgehandelt hat.
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Und sofort gehts los. Dank dem Deal des Präsidenten kaufen die Chinesen wie verrückt landwirtschaftliche Produkte aus den USA.
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Geschenke schon vor Thanksgiving: Gerade kleiner Farmbetriebe sollen zu den grossen Nutzniessern der gegen China verhängten Zölle werden.
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Kommt dazu, dass Zinsen, die tiefer als die Teuerung sind – diese liegt zurzeit in vielen Ländern um rund 2 Prozent –, für ein reales Abnehmen der Schulden sorgen. Weiter halten tiefe Zins grundsätzlich die Wirtschaft am Laufen, da Kredite für Investitionen günstig sind. Während höhere Zinsen die Konjunktur bremsen.

Auch die derzeitige politische Grosswetterlage dürfte die Geldpolitik eher belasten und darum kaum die Zinsen nach oben treiben, sagt Müller weiter. Er denkt dabei an den Handelskrieg Amerikas gegen China: «Dieser ist noch nicht ausgestanden.» Auch die Brexit-Lage respektive deren Auswirkungen auf die britische Wirtschaft und ihre europäischen Handelspartner ist immer noch unklar.

Wenig Kurven – schöne Aussichten

Weiter gibt es Kriege, etwa in Syrien, politische Unruhen in Ländern Süd- und Mittelamerikas sowie in Hongkong und schliesslich befinden sich Millionen Menschen in Afrika und Ländern des Nahen sowie Mittleren Ostens auf der Flucht.

Das sind alles Umstände, die vorläufig – und dieses «vorläufig» kann Jahre dauern – für tiefe oder noch tiefere Zinsen sprechen. Kurvenmässig gibts zurzeit bei den Zinsen zwar klar weniger zu sehen als beim «Bachelor». Doch diese Aussichten sind dennoch schön, die Chancen auf ein weiterhin interessantes Anlegerleben stehen gut.

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Dieser Beitrag wurde durch Commercial Publishing von Tamedia für unseren Kunden Genève Invest erstellt.

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Die Genève-Invest-Gruppe ist eine zugelassene Vermögensverwaltung mit Sitz in Genf und Luxemburg. Sie betreut Privat- und Firmenkunden in über 40 Ländern. Neben der Anlage in festverzinsliche Wertpapiere ist GI spezialisiert auf das sogenannte «Value-Investing», die Selektion von und das Investieren in aussichtsreiche Qualitätsaktien.

Seit 2008 ist Genève Invest Fondsinitiator des Switzerland Invest Fixed Income High Yield Fonds, der dieses Jahr in der Kategorie «Renditestarke Anleihen global» mit dem Lipper und Citywire Fund Award ausgezeichnet wurde.