Jungunternehmer und Gründer von «Swiss Diversity» Michel Rudin (rechts) mit Christiane Bisanzio und Christoph Stühn.
Jungunternehmer und Gründer von «Swiss Diversity» Michel Rudin (rechts) mit Christiane Bisanzio und Christoph Stühn.
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«Unbewusste Vorurteile stehen Diversität entgegen»

Michel Rudin, Gründer des Vereins «Swiss Diversity», spricht im Interview über Diversität und Inklusion – und wie grosse Unternehmen diese Themen im Schweizer Alltag fördern können.

Als Gründer und Vizepräsident von Swiss Diversity engagiert sich Michel Rudin für Vielfalt und Inklusion in der Schweiz. Als ehemaliger Co-Präsident von Pink Cross, dem nationalen Dachverband der schwulen und bisexuellen Männer in der Schweiz, schaffte es Rudin gemeinsam mit seinem Team, drei Volksabstimmungen in der Schweiz zu gewinnen, die zur Verabschiedung der «Ehe für Alle» führten.

Heute ist der 37-Jährige Berater für Litigation, PR und Wertekommunikation und versucht weiterhin, die Vorteile einer D&I-Strategie politisch zu etablieren. Im Interview spricht Rudin über die aktuelle Lage in der Schweiz und appelliert an Unternehmen, sich in Zukunft noch mehr zu engagieren.

Hallo Michel! Du hast «Swiss Diversity» gegründet. Erzähl uns ein bisschen über den Verein.

Michel Rudin: Swiss Diversity ist eine Plattform, wo wir Menschen zusammenbringen und ehren, die sich für eine vielfältige Schweiz einsetzen. Wir haben hierzu verschiedene Formate wie einen Think Tank, die TV-Sendung «Swiss Diversity Talk» mit Stephan Lendi, eine Award Night und ein Wirtschaftsforum zur Vernetzung von Entscheidungstragenden. Auch bieten wir eine D&I-Zertifizierung an für Unternehmen an, wobei es sich um eine vertiefte Prüfung der Kennzahlen handelt. Das kann man sich wie eine klassische Wirtschaftsprüfung vorstellen, einfach mit dem Fokus D&I. Zusätzlich sind wir gemeinsam mit der ZHAW für eine Studie zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz dank Vielfalt und Inklusion verantwortlich.

D&I-Strategie

D&I steht für Diversität und Inklusion. Eine D&I-Strategie zielt darauf ab, die individuellen Kompetenzen, Eigenschaften, Haltungen und kulturellen Hintergründe der Mitarbeitenden optimal für den Unternehmenserfolg einzusetzen. Dabei sind Diskriminierungen und Subgruppen-Bildung zu vermeiden.

Am Swiss Diversity Award werden Menschen geehrt, die sich für eine vielfältige Schweiz einsetzen.
Am Swiss Diversity Award werden Menschen geehrt, die sich für eine vielfältige Schweiz einsetzen.

Wie definierst du persönlich Diversity?

Am besten stellt man sich einen bunten, gemischten Blumenstrauss vor: Es braucht eine Vielzahl von verschiedenen Blumen, um ein Ganzes entstehen zu lassen. So ist es auch mit Diversity. Alle verschiedenen Menschen zusammen geben eine spannende und vielseitige Gesellschaft. Dazu gehören Geschlecht und Geschlechtsidentität, Herkunft, Alter, sexuelle Orientierung, soziale Herkunft, geistige und körperliche Gesundheit sowie Religion und Weltanschauung.

These: Die Schweiz ist eines der sichersten und fortschrittlichsten Länder der Welt. Stimmst du zu?

Es gibt zahlreiche Rankings hierzu und die Schweiz ist nicht in allen Bereichen führend. Wir machen jedoch im Bereich D&I Fortschritte. Die Wirtschaft ist aktiv geworden, denkt mit, tauscht sich aus und zeigt echtes Engagement. Wir sehen das auch am Swiss Diversity Forum, wenn sich Firmen gegenseitig unterstützen, um diversere und inklusivere Arbeitgebende zu werden.

Wem geht es hier gut? Wem geht es schlecht?

Sämtliche Personengruppen aus den verschiedenen D&I-Dimensionen haben sowohl individuelle als auch strukturelle Erfahrungen gemacht. So war ich persönlich beispielsweise auch schon von verbalen Übergriffen betroffen. Es sind vorwiegend versteckte oder weniger bewusste Vorurteile, die einer wirksamen D&I-Strategie entgegenstehen. Wir müssen aufzeigen, dass die Gesellschaft insgesamt von D&I profitiert. Das reduziert den Fachkräftemangel, steigert die Attraktivität der Schweiz als Land, unserer Arbeitgebenden und vor allem die Gesundheit und Zufriedenheit der Mitarbeitenden.

Was muss konkret verbessert werden, um Diversität im Schweizer Alltag zu fördern und Homo- sowie Transphobie, Sexismus, Ausländerfeindlichkeit etc. zu verringern?

Die Überwindung von Diskriminierung beginnt immer bei einem selber. So kann jeder mit seinen Mitmenschen in Kontakt treten, sich interessieren und in Erfahrung bringen, was das Gegenüber bewegt. Sei es nun beim Nachbarn, der Arbeitskollegin oder im Sportclub. Gesellschaftspolitisch ist es eine Daueraufgabe, Vorurteile gegenüber anderen Menschen abzubauen und Vertrauen und Dialog aufzubauen. Je mehr Menschen am Wirtschafts- und Gesellschaftsleben teilnehmen, desto mehr profitiert die Bevölkerung insgesamt.

Viele grosse und kleine Unternehmen springen auf den «Trend» auf und machen sich für Nachhaltigkeit, Diversität und Inklusion stark. Wie erkennt man Pink- oder Green-Washing? Und hast du ein Beispiel für ein Unternehmen, das es richtig macht?

Es ist ein erster wichtiger Schritt, dass Unternehmen den Trend der Zeit erkannt haben. D&I und Nachhaltigkeit müssen aber in die Kultur eines Unternehmens auf allen Ebenen einfliessen und wirklich gelebt werden. Nur ein Logo in Regenbogenfarben zu färben, bringt wenig. Am Schluss geht es darum, wie mit Mitarbeitenden, Kundi*nnen und Lieferant*innen umgegangen wird. Das Management eines Unternehmens muss dauernd daran arbeiten. Wer das heute schon gut macht, sind etwa Coca-Cola, die Swisscom und die Allianz Swiss. Diese Unternehmen arbeiten auf allen Ebenen aktiv an einer Verbesserung hinsichtlich der Thematik.

Was kann jeder und jede Einzelne von uns machen, um gemeinsam auf eine bessere Zukunft hin zu arbeiten?

Wir müssen dafür sorgen, dass D&I-Themen im öffentlichen Diskurs ihren festen Platz erhalten. Fernab von Berührungsängsten sollte der Dialog positiv und konstruktiv geführt werden. So wie die Ratingagenturen die Solvenz von Unternehmen beurteilen, sollte die Öffentlichkeit Unternehmen mit einer D&I-Strategie honorieren. Denn es sind diese Unternehmen, aber auch Politiker*innen und Bürger*innen, die mit dieser D&I-Offenheit unsere Werte und unseren Wohlstand nachhaltig sicherstellen.

Michel Rudin, Jungunternehmer und Gründer des Vereins «Swiss Diversity».

#MITENAND IN DER VIELFALT

Seit vielen Jahren engagiert sich Coca-Cola weltweit und in der Schweiz für Diversity & Inclusion, damit aus der Individualität der Menschen eine bunte, vielfältige Gesellschaft entsteht. Als Teil dieses Engagements sowie als Sponsor der EuroPride 2022 und der Swiss Diversity Awards erschienen in den letzten Wochen auf 20 Minuten verschiedene Porträts über Mitglieder und Aktivist*innen aus der LGBTQIA+-Community, darunter über Nationalrätin Sibel Arslan, Aktivistin Anna Rosenwasser, Social Media Creator Jan Löning, Jungunternehmer Michel Rudin und über Reyn ffoulkes, Kommunikationsleiter bei Coca Cola.

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Dieser Beitrag wurde von Commercial Publishing in Zusammenarbeit mit s.a. Coca Cola Services N.V. erstellt. Commercial Publishing ist die Unit für Content Marketing, die im Auftrag von 20 Minuten und Tamedia kommerzielle Inhalte produziert.