In 71% der Schweizer Unternehmen werden arbeitsmedizinische Massnahmen auf freiwilliger Basis getroffen.
In 71% der Schweizer Unternehmen werden arbeitsmedizinische Massnahmen auf freiwilliger Basis getroffen. Bild: iStock
Sponsored

«Mein Arbeitgeber ist bezüglich Gesundheit sehr engagiert»

Wir haben die Leserschaft von 20 Minuten darum gebeten, von den Erfahrungen zu erzählen, die sie bezüglich Wohlbefinden am Arbeitsplatz gemacht haben. Nachfolgend eine Auswahl aus den Antworten.

In der Schweiz sind Gesundheit und Wohlbefinden der Angestellten ein Anliegen, das das öffentliche Gesundheitswesen betrifft. Allerdings gehen nicht alle Unternehmen gleich damit um. Während die einen sehr aktiv sind, hinken die anderen der Entwicklung hinterher. Das geht auch aus der Leserumfrage hervor, die wir über 20 Minuten durchgeführt haben. Die Gesundheitsförderung Schweiz, die diese Initiative lanciert hat, hat die Antworten nun analysiert.


«Mein Unternehmen tut viel dafür, dass sich die Mitarbeitenden wohl und gesund fühlen. Uns wird Trinkwasser gratis zur Verfügung gestellt und es werden immer saisonale Früchte angeboten. Zudem gibt es praktisch jeden Monat ein Angebot für eine sportliche Aktivität.» Ramona B., Herisau (AR).

Zahlreiche Personen bestätigen, dass ihr Arbeitgeber Massnahmen getroffen hätte, um am Arbeitsplatz ein gesundheitsförderndes Umfeld zu schaffen. Gesundheitsförderung Schweiz betont, es gebe «zahlreiche Unternehmen, die über die obligatorischen Anforderungen zu Arbeitssicherheit- und Gesundheitsschutz hinaus auf freiwilliger Basis Massnahmen zugunsten der Gesundheitsförderung ergreifen.» Gemäss einer Studie war das im Jahr 2016 in 71 Prozent der Unternehmen der Fall.

Gesundheitsförderung Schweiz gibt aber zu bedenken, dass isolierte und punktuelle Massnahmen für das Personal nur eine eingeschränkte Wirkung entfalten: «Oft sind organisatorische Massnahmen am wirksamsten und nachhaltigsten, weil sie direkt die Ursachen angehen, die ein gesundes Arbeitsumfeld verhindern.» So können beispielsweise stressauslösende Situationen vermieden werden, indem bestimmte «Problem-Prozesse» identifiziert und angepasst werden oder Führungspersonen in herausfordernden Situationen oder bei akuter Überlastung ein entsprechendes Coaching erhalten. Das ist zielführender, als das Personal tagsüber zu stressen, es am Abend in einen Yogakurs zu schicken und am nächsten Morgen wieder von vorne zu beginnen.

«Die Gesundheit der Angestellten interessiert niemanden. Was unternimmt mein Arbeitgeber? Um sein Gewissen zu beruhigen, stellt er zweimal pro Woche einen Korb mit Früchten in den Pausenraum.» Anonym (VD)

Die Kehrseite der Medaille: In zahlreichen Reaktionen wird das fehlende Engagement oder sogar das totale Desinteresse gewisser Arbeitgeber gegenüber dem betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) betont. Gemäss einer Studie war das im Jahr 2016 in 29 Prozent der Unternehmen der Fall. Gesundheitsförderung Schweiz bedauert diesen Umstand, stellt aber trotzdem fest, dass das Thema bei der arbeitstätigen Bevölkerung zunehmend auf Interesse stösst.

«Mein Arbeitgeber zahlt jedem Angestellten pro Jahr bis zu 500 Franken für Wellness (Fitnessabo oder neue Sportausrüstung wie Skis, Velos, Paddel etc.) gegen Vorweisen einer Rechnung.» Rebekka H., Mont-sur-Rolle (VD)

n vielen Antworten werden insbesondere das Sportangebot und Fitnessabos erwähnt. Gesundheitsförderung Schweiz ist erfreut über diese Angebote, betont aber gleichzeitig, es sei wichtig, den Akzent nicht ausschliesslich auf den körperlichen Aspekt der Gesundheit zu legen: «Es besteht das Risiko, dass in erster Linie Personen vom Angebot des Unternehmens profitieren, die sich ohnehin schon aus eigenem Antrieb sportlich betätigen. Die anderen können mit dem Angebot nicht wirklich etwas anfangen.» Wenn ein Unternehmen Fitnessabos bezahlt, die dann nicht genutzt werden, rechnet sich die Investition nicht und die Angestellten werden dadurch nicht gesünder. «Es liegt somit im Interesse des Unternehmens, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Ausarbeitung eines Programms zu beteiligen, das den tatsächlichen Bedürfnissen entspricht.»

Es ist durchaus möglich, die Gesundheit am Arbeitsplatz weiter zu fassen. Zum Beispiel, indem Freizeitaktivitäten in einem erweiterten Sinn gesehen werden und nicht nur sportliche, sondern auch künstlerische und kulturelle Aktivitäten umfassen. Es ist auch möglich, seinen Akku wieder aufzuladen, indem man ins Kino geht, einen Sprachkurs besucht oder ein Musikinstrument zu spielen lernt.» Das sind alles Vorschläge, die von Franck R. aus Yverdon (VD) positiv aufgenommen werden. Er würde es begrüssen, wenn in seinem Unternehmen Gutscheine für «Sport, Kunst und Kultur» ausgestellt würden. Die Idee dahinter: Es soll auch die psychische Gesundheit der Mitarbeitenden berücksichtigt werden und nicht nur ihre körperliche Fitness.

«In meinem Unternehmen lasse ich die Angestellten ihre Zeit vollumfänglich selbst einteilen. Das motiviert sie dazu, noch besser zu arbeiten. Und wenn die Lust zur Arbeit nachlässt oder die Arbeitsbelastung zu hoch wird, können sie ihren Akku wieder aufladen bei einem Spaziergang oder einem Kaffeeschwatz.» Stefano V., Biasca (TI).

Hier wird das persönliche Verantwortungsbewusstsein der Mitarbeitenden in den Vordergrund gestellt. Jeder hat die Möglichkeit, sich so zu organisieren, wie es ihm am besten entspricht. Der Vorteil einer derartigen Unternehmenskultur liegt in der Flexibilität des Vorgehens, aber auch in der Möglichkeit, sein Zeitmanagement anzupassen, um das Privatleben besser mit den beruflichen Aufgaben in Einklang zu bringen. Trotzdem ist es für die Angestellten sehr wichtig, Arbeit und Freizeit zu trennen, gerade in einer hypervernetzten Welt. Freizeit muss frei bleiben. Soll dieses Ziel erreicht werden, müssen Führungspersonen ihren Beitrag leisten und mit gutem Beispiel vorangehen, indem sie etwa am Wochenende, an Feiertagen und nach den Bürozeiten keine E-Mails an ihre Angestellten verschicken. So profitieren alle. «Es ist in der Tat so, dass mehrere Leser es begrüssen wenn das Thema der Erreichbarkeit mit dem Vorgesetzten geklärt ist und dieser mit gutem Beispiel voran geht», betont Gesundheitsförderung Schweiz.

«Wenn wir gesundheitliche Probleme haben, setzt mein Arbeitgeber sämtliche Hebel in Bewegung, damit wir weiterhin aktiv bleiben können. Es existiert eine ganze Palette von an die jeweilige Situation angepassten Lösungen.» Alexandra G., Zofingen (AG).

Die betriebliche Gesundheit ist ein weites Feld, das viele Aspekte umfasst. Es lohnt sich, dafür eine spezifische Politik zu entwickeln. «Es ist insbesondere angezeigt, Prozesse zu definieren, zum Beispiel in Bezug auf den Umgang mit länger dauernden Abwesenheiten und die Art und Weise, wie Angestellte nach einer langen Absenz wieder in den Arbeitsprozess zurückgeführt werden sollen, etwa mittels geschützter Arbeitsplätze.» Diese Massnahmen erlauben es, die von gesundheitlichen Problemen betroffenen Personen weiter zu beschäftigen und so lange wie möglich im Arbeitsprozess zu behalten oder sie nach einer langen Abwesenheit rasch wieder zu integrieren.

Schliesslich stellte Gesundheitsförderung Schweiz auch erhebliche Unterschiede zwischen KMU und Grossunternehmen fest. Bei den KMU ist die direkte Beziehung zu den Vorgesetzten ein Vorteil, der es ermöglicht, individuelle und zum Teil auch unkonventionelle Gesundheitsmassnahmen rasch umzusetzen. Die Grösse des Unternehmens führt allerdings oft dazu, dass nur eine beschränkte Zahl von Massnahmen umgesetzt werden kann. Bei Grossunternehmen ist das Angebot zwar oft vielfältiger, aber stärker auf Teams ausgerichtet und folglich weniger auf die einzelne Person zugeschnitten.

Sponsored

Dieser Beitrag wurde von Commercial Publishing Tamedia in Zusammenarbeit mit Gesundheitsförderung Schweiz, der Vergabestelle des Labels Friendly Work Space, erstellt.

Schweizer Arbeitnehmende wechseln immer häufiger den Job. Umso mehr sind Unternehmen gefordert, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren und Angestellte längerfristig an sich zu binden. Dabei unterstützt das Label Friendly Work Space von Gesundheitsförderung Schweiz die Betriebe. Es bescheinigt Unternehmen, dass ihr Arbeitsumfeld die Gesundheit der Mitarbeitenden systematisch fördert.