Bei Bouygues steht die Beziehung zwischen Auszubildenden und Ausbildern im Mittelpunkt.
Bei Bouygues steht die Beziehung zwischen Auszubildenden und Ausbildern im Mittelpunkt. (Bild: Screenshot)
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«Ich kann mich jederzeit auf die Unterstützung meiner Berufsbildner verlassen»

Gerade während der Lehre kommt es immer wieder zu Stress. Die Lehrbetriebe sind gefordert, das Rüstzeug für einen besseren Umgang damit bereitzustellen.

Der Übergang von der Schule in die Berufswelt ist eine entscheidende und manchmal heikle Phase. Manche Arbeitgeber, etwa Bouygues, unterstützen ihre Lernenden in dieser Phase mit speziellen Massnahmen. So wie Filipa, die in Lausanne eine Lehre als Kauffrau absolviert.

Nicht alle Unternehmen haben das notwendige Rüstzeug für den Umgang mit solchen schwierigen Situationen. Es gibt noch viel Lernbedarf. Anita Blum, Expertin für betriebliches Gesundheitsmanagement für Auszubildende, erklärt, wie wichtig es ist, bei solchen Schwierigkeiten reagieren zu können.

Frau Blum, welche Faktoren verursachen den meisten Stress bei Lernenden?

Zunächst einmal muss man sich vor Augen halten, dass der Eintritt in die Berufswelt mit dem Beginn des Erwachsenenalters zusammenfällt. Während dieser Zeit laufen eine ganze Reihe von Prozessen ab: die Entwicklung der eigenen Identität, das allmähliche Erlangen der Selbstständigkeit, die Entwicklung des Selbstbewusstseins und der sozialen Kompetenzen.

Genau zu dieser Zeit entdecken die jungen Menschen ein neues Umfeld, nämlich den Betrieb und die neuen Arbeitsmethoden. Sie lernen auch eine neue Art der sozialen Interaktion kennen, nämlich die zwischen Vorgesetzten und Untergebenen, und das genau in der Phase, in der sich ihr kritisches Denken entwickelt. In den meisten Fällen verläuft alles ganz problemlos. Doch manchmal führt diese Phase der grossen Veränderungen zu vermehrtem Stress bei den Jugendlichen. Zum einen, weil sie sich selbst unter Druck setzen: Sie wollen gleich auf Anhieb alles richtig machen und sorgen sich um ihre Zukunft. Zum anderen, weil die Arbeit und das Arbeitsumfeld nicht immer optimal strukturiert sind.

Welche Folgen hat der Stress für die Lernenden?

Wenn der Stress zum Dauerzustand wird, hat dies Auswirkungen auf die Gesundheit. Stress macht krank. Dabei werden Hormone freigesetzt, die langfristig das Immunsystem schwächen. Körperliche oder seelische Erschöpfung, Depressionen oder Burnout sind ebenfalls direkte Folgen eines permanenten Stresszustands. Obwohl es keine genaue Statistik zur Anzahl der Burnout-Fälle unter jungen Menschen gibt, kann man sagen, dass die 16- bis 24-Jährigen am stärksten von psychischer Erschöpfung betroffen sind. Das zumindest geht aus dem Job-Stress-Index von 2018 hervor.

Was können die Unternehmen dagegen tun?

Wie gesagt durchlaufen die Auszubildenden eine sehr wichtige Entwicklungsphase. Daher steht an vorderster Stelle, dass sie Privatleben, Berufsfachschule und Arbeit miteinander vereinbaren können. Da die Lernenden drei bis vier Tage in der Woche im Betrieb verbringen, hat dieser die Pflicht, mit gezielten Massnahmen zu verhindern, dass der Stress zum Dauerzustand wird.

Der Stress ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Als Beispiele sind hier Zeitdruck, Qualitätsanforderungen oder mangelnde Unterstützung vonseiten der Vorgesetzten zu nennen. Um Abhilfe zu schaffen, kann der Betrieb den Arbeitsrhythmus anpassen, allgemeine Qualitätsziele festsetzen und die Arbeit der Lernenden stärker anerkennen. Dabei ist es zentral, alle Hauptakteure in diesen Prozess einzubeziehen und gemeinsam mit ihnen die angestrebten Ziele festzulegen.

Den für die Ausbildung Verantwortlichen kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Sie müssen einfach und schnell Zugriff auf alle relevanten Informationen haben, um die psychische Gesundheit der jungen Menschen im Unternehmen fördern zu können. Diese Rolle kann noch verstärkt werden, indem sie sich etwa mit anderen Berufsbildnern austauschen, entweder intern oder mit Verantwortlichen aus anderen Betrieben. Plattformen wie die Gesundheitsförderung Schweiz stellen dafür Tools zur Verfügung. Wir bieten auch ergänzende Fortbildungen in diesem Bereich an.

Kann auch der gegenseitige Austausch der Lernenden gegen Stress helfen?

Ja, absolut. Junge Menschen inspirieren und beeinflussen sich gegenseitig. Massnahmen zur Förderung der Gesundheit müssen daher alle Auszubildenden eines Unternehmens einbeziehen, damit sie ihre Erfahrungen teilen können. Ein Göttisystem, bei dem ältere Lernende die Aufgabe haben, die jüngeren zu coachen, ist da ein guter Ansatz. Es ist auch wichtig, den informellen Austausch, etwa bei gemeinsamen Mahlzeiten, zu stärken.

Was muss in der Berufswelt sonst noch verbessert werden?

Die jungen Menschen von heute sind die Erwachsenen von morgen. Eines Tages werden sie selbst ihre Kenntnisse und Erfahrungen an Jüngere weitergeben. Und das können nur Menschen, die körperlich und seelisch gesund sind. Deshalb müssen wir verhindern, dass Jugendliche an chronischem Stress leiden. Das schaffen wir nur, wenn die jungen Menschen mit Stress umgehen können. Wir müssen also ausreichende Ressourcen zur Verfügung stellen, damit die Herausforderungen des Alltags optimal gemeistert werden können. Das muss jedem Unternehmen bewusst sein, und es muss die notwendigen Schritte dazu ergreifen.

Anita Blum, Expertin für betriebliches Gesundheitsmanagement für Auszubildende.
Anita Blum, Expertin für betriebliches Gesundheitsmanagement für Auszubildende. (Bild: Gesundheitsförderung Schweiz)

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Dieser Beitrag wurde von Commercial Publishing Tamedia in Zusammenarbeit mit Gesundheitsförderung Schweiz, der Vergabestelle des Labels Friendly Work Space, erstellt.

Schweizer Arbeitnehmende wechseln immer häufiger den Job. Umso mehr sind Unternehmen gefordert, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren und Angestellte längerfristig an sich zu binden. Dabei unterstützt das Label Friendly Work Space von Gesundheitsförderung Schweiz die Betriebe. Es bescheinigt Unternehmen, dass ihr Arbeitsumfeld die Gesundheit der Mitarbeitenden systematisch fördert.