Kaufe jetzt online in deiner Buchhandlung ein – viel Spass beim Lesen!
Kaufe jetzt online in deiner Buchhandlung ein – viel Spass beim Lesen! Bild: Ossi Saarinen
Paid Post

Der tägliche Gratis-Krimi: Teil 2

Fesselnder Lesespass mit «Hunkeler in der Wildnis». Jeden Tag einen neuen Teil zum Lesen!

Liebe Leserinnen und Leser!

In schwierigen Zeiten wie diesen ist vor allem eines wichtig: Zusammenhalt und das Wissen, nicht alleine zu sein. Und was verbindet mehr, als gemeinsam für kurze Zeit dem Alltag zu entfliehen und auf eine gemeinsame Phantasiereise zu gehen?

Zusammen mit dem Diogenes Verlag schenkt 20 Minuten deswegen allen Menschen in der Schweiz jeden Tag ein Stück spannender Literatur zum gemeinsamen Schmökern. Wir publizieren täglich kostenlos ein Kapitel des fesselnden Krimi-Romans «Hunkeler in der Wildnis» des Aarauer Schriftstellers Hansjörg Schneider.

Lasst euch vom Lesevergnügen packen, teilt es mit euren Liebsten und vergesst nicht auf die kleinen Freuden im Leben. Bleibt gesund und passt auf euch und eure Mitmenschen auf!

Du warst nicht von Anfang an dabei? Kein Problem, hier findest du alle Kapitel.

Teil 2:

Er spürte, wie ihn jemand an der Schulter anfasste und schüttelte. Er hörte eine Stimme, es war die von Otto.

»Nicht schlafen, Hunkeler. Da ruft jemand um Hilfe.«

Er war also eingenickt, und dies schon am Morgen. Es war die Erinnerung, die ihn eingelullt hatte.

Otto deutete nach links zum Weg hinüber, wo eine alte schwarzgekleidete Frau heranhastete.

»Polizei, Polizei!«, rief sie.

»Nichts da«, murmelte Hunkeler, »ich bin nicht mehr bei der Polizei.«

»Einmal Polizei, immer Polizei«, sagte Otto. »Schluss mit dem Nickerchen. Es gibt Arbeit.«

Hunkeler trank seine Tasse leer, sehr langsam. Er sah, wie Willy seine Schwingen ausbreitete, abhob und fortflog, ein Bild, schien ihm, von dem er geträumt hatte. Er überlegte, ob er aufstehen und weggehen sollte. Aber er blieb sitzen. Gemeinsam schauten sie zu, wie die Frau herankam und vor ihnen stehen blieb. Sie hatte ein Bündel Sauerampfer in der rechten Hand. Mit der linken fasste sie sich an die Brust. Sie war so außer Atem, dass sie erst kein Wort herausbekam. Dann redete sie in einer Sprache, die Hunkeler nicht verstand.

»Sie sagt«, übersetzte Erkan aus dem Türkischen, »da unten liege ein toter Mann, dem der Schädel eingeschlagen wurde. An die Mauer gelehnt. Dort, wo das Gras wächst. Sie hat dort Sauerampfer gesammelt für den Salat. Sie ist sehr erschrocken. Sie sagt, das seien gottlose Menschen, die so etwas machen. Sie heißt Frau Dogan. Ihr Sohn arbeitet im Tankstellen-Shop beim unteren Ausgang des Parks.«

Die Frau ergriff Hunkelers Rechte und schüttelte sie mit aller Kraft. »Danke, danke«, sagte sie, »danke, danke.« Dann ließ sie sich auf einen Stuhl fallen.

»Du kümmerst dich um sie«, sagte Hunkeler. »Und ruf die Polizei an.«

»Natürlich«, sagte Erkan.

»Warum nicht du?«, fragte Otto. »Du bist doch Polizist.«

»So ein Schwachsinn«, sagte Hunkeler, »an einem so schönen Sonntagmorgen.«

Vom Turm der Antoniuskirche klang die letzte Glocke aus. Dann war Stille, bis aus dem Kiosk Erkans Stimme zu hören war, der die Polizei anrief.

Hunkeler ging über den Kiesweg, der den Park kreisförmig umrundete. Dorther war die Frau gekommen. An der alten Friedhofsmauer stand der Schuppen, in dem die Stadtgärtner ihr Gerät verstauten. Daneben war ein Kiesplatz, wo manchmal Boule gespielt wurde. Er kannte die Spieler, er hatte ein paarmal mitgespielt. Da er keine eigenen Kugeln besaß, wurde er nicht ernst genommen. Aber als Gast war er akzeptiert.

Obschon er wusste, dass ihm wenig Zeit blieb, ging er langsam. Er war ja in Rente, die Sache betraf ihn nicht. Aber einfach wegrennen konnte er auch nicht.

Er kam auf den Kiesplatz und sah an der alten Friedhofsmauer, die aus hellem Kalkstein gebaut war, eine Gestalt liegen. Es war Heinrich Schmidinger, ein Österreicher aus Wien, der in jungen Jahren nach Basel gekommen war, um erst bei der National-Zeitung und später bei der Basler Zeitung Literatur- und Theaterkritiker zu werden. Vor einigen Jahren war er in Rente gegangen. Er bewohnte ein Reihenhaus in der Glaserbergstraße gleich neben dem Park, zusammen mit seiner Freundin Ruth Mangold.

Hunkeler sah sogleich, dass Schmidinger tot war. Jemand hatte ihm den Schädel eingeschlagen. In seinem Mund steckte ein Büschel Gras. Zwischen seinen Beinen lagen zwei Boulekugeln. Die dritte Kugel fehlte. Das fiel Hunkeler auf, denn üblicherweise spielte man mit drei Kugeln. Die zwei, die dalagen, hatten sieben Ringe eingefräst.

Er spürte, wie sein Mund schlagartig trocken wurde, als hätte er tagelang nichts mehr getrunken. Fast wäre er umgekippt. Aber dann trat er zur Leiche, bückte sich und griff unter das Hemd. Dort, das wusste er, trug Schmidinger eine Art Amulett. Es war das Eiserne Kreuz seines Vaters, der im Zweiten Weltkrieg in Jugoslawien gefallen war. Das Einzige, hatte Schmidinger erzählt, was er von seinem Vater geerbt hatte.

Hunkeler nahm dieses Amulett, zog die Lederschnur, an der es hing, mit einiger Mühe über den Kopf der Leiche und schob beides in seine Tasche. Er wusste nicht recht, warum er das tat. Vielleicht, weil der Anblick so trostlos schrecklich war. Er hatte Heinrich Schmidinger gemocht. Er wollte ein Andenken haben. Oder wollte er ihn schützen? Er murmelte kurz etwas vor sich hin, drehte sich weg und ging schnell zurück zum Kiosk.

»Und?«, fragte Otto.

»Mausetot«, sagte Hunkeler. »Der Schmidinger. Wo ist Frau Dogan?«

»Sie sitzt drin bei Erkan. Sie ist beinahe ohnmächtig geworden. Er päppelt sie auf.«

»Ein Glas Wasser, bitte«, sagte Hunkeler zu Frau Koller, »aber schnell. Bevor sie kommen.«

Die Fortsetzung folgt morgen. Du findest sämtliche Kapitel hier im Kanal: 20min.ch/diogenes

Kaufe jetzt online bei deiner Buchhandlung ein - viel Spass beim Lesen!

Paid Post

Paid Posts werden von unseren Kunden oder von Commercial Publishing Tamedia in deren Auftrag erstellt. Sie sind nicht Teil des redaktionellen Angebots.

Hansjörg Schneiders «Hunkeler in der Wildnis» liest du jetzt exklusiv auf 20min.ch.

Bild: Philipp Keel / © Diogenes Verlag

Mitmachen und gewinnen

Du kannst nicht genug kriegen von Hansjörg Schneiders «Hunkeler in der Wildnis»? Dann mach jetzt mit und vielleicht liegt das Buch schon bald bei dir im Briefkasten!

Teilnameschluss: 19. April 2020