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Der tägliche Gratis-Krimi: Teil 3

Fesselnder Lesespass mit «Hunkeler in der Wildnis». Jeden Tag einen neuen Teil zum Lesen!

Liebe Leserinnen und Leser!

In schwierigen Zeiten wie diesen ist vor allem eines wichtig: Zusammenhalt und das Wissen, nicht alleine zu sein. Und was verbindet mehr, als gemeinsam für kurze Zeit dem Alltag zu entfliehen und auf eine gemeinsame Phantasiereise zu gehen?

Zusammen mit dem Diogenes Verlag schenkt 20 Minuten deswegen allen Menschen in der Schweiz jeden Tag ein Stück spannender Literatur zum gemeinsamen Schmökern. Wir publizieren täglich kostenlos ein Kapitel des fesselnden Krimi-Romans «Hunkeler in der Wildnis» des Aarauer Schriftstellers Hansjörg Schneider.

Lasst euch vom Lesevergnügen packen, teilt es mit euren Liebsten und vergesst nicht auf die kleinen Freuden im Leben. Bleibt gesund und passt auf euch und eure Mitmenschen auf!

Du warst nicht von Anfang an dabei? Kein Problem, hier findest du alle Kapitel.

Teil 3:

Sie kamen mit heulender Sirene und Blaulicht, am Steuer Wachtmeister Lüdi, auf dem Beifahrersitz Kommissär Madörin, hinten Korporal Haller. Lüdi riss eine gewagte Kurve von der Straße weg in den Parkeingang hinein und hielt an.

»Du hier?«, fragte Madörin. »Was zum Teufel tust du an einem heiterhellen Sonntagmorgen im Kannenfeldpark?«

»Ich genieße Ruhe und Entspannung«, sagte Hunkeler und schlürf‌te vom Wasser. »Da unten beim Schuppen liegt übrigens eine Leiche.«

»Woher weißt du das?«

»Weil ich sie gesehen habe.«

»Wie bitte? Du hast den Tatort betreten?«

»Ich glaube nicht, dass dies der Tatort ist. Vielmehr vermute ich, dass er dort hingeschleppt wurde, als er schon tot war.«

»Was? Spinnst du?«

»Warum denn? Er hätte doch noch leben können. Es ist übrigens Heinrich Schmidinger, ein bekannter Journalist. Jemand hat ihm ein Büschel Gras zwischen die Zähne geklemmt. Jemand, der eine Riesenwut auf ihn hatte. Du kannst dem Gerichtsarzt Dr. de Ville mitteilen, er brauche sich nicht zu beeilen. Der rennt nicht mehr weg.«

Madörins Gesicht lief rot an vor Wut.

»Du mischst dich ein in einen Mordfall, ohne uns zu informieren?«

»Das hat Herr Erkan Kaya übernommen. Was hätte ich denn tun sollen? Eine Frau Dogan ist angekeucht gekommen und hat gesagt, an der alten Friedhofsmauer liege eine Leiche. Ich bin als Privatmann hier. Hätte ich weglaufen sollen? Ich bin gleich hinübergerannt, um zu sehen, ob ich ihm noch helfen kann.«

»Schluss jetzt, niemand rührt sich vom Fleck«, schrie Madörin. »Wir werden von Ihnen allen die Personalien aufnehmen. Das gilt auch für dich, Hunkeler. Aber los jetzt, einsteigen, wir fahren zuerst zum Tatort.«

Und zu Hunkeler: »Das wird Folgen haben.«

Hunkeler blieb sitzen, trank sein Glas aus und schaute zu, wie der Polizeiwagen hinüber zum Schuppen fuhr. Er wusste, was jetzt kam. Das Kommissariat würde alle seine Macht auf‌fahren, Technischer Dienst, Ambulanz, alle verfügbaren Einsatzkräfte. Den Park absperren, Erkans Kiosk schließen, den einen oder anderen in Untersuchungshaft nehmen. Es würde nichts nützen, sie waren zu spät dran. Sie waren immer zu spät dran.

Die Ambulanz kurvte in den Parkeingang, mit gellendem Martinshorn. Sie kannten das Ziel, sie rasten über den Kiesweg zum Schuppen hinüber.

Hunkeler erhob sich und trat zur Theke.

»Gib mir eine Zigarette«, bat er.

»Warum?« fragte Otto. »Du hast doch aufgehört.«

»Habe ich auch. Ausnahmsweise.«

Otto hielt ihm die Schachtel hin, Hunkeler zündete sich eine an und zog gierig den Rauch in die Lunge. Das tat gut ab und an, wenn man ein Leben lang Raucher gewesen war. Er schaute zu, wie Otto auf seinem Handy herumtippte.

»Was tust du da?«

»SMS verschicken«, sagte Otto.

»Wenn du nicht sofort aufhörst damit, schmeiße ich dein Handy hinüber zu den Wohnblocks.«

»Nur ruhig, Hunkeler, ruhig. Du bist nicht mehr der Chef hier. Du bist übrigens nicht hinübergerannt zum Schuppen, wie du den Tschuggern erzählt hast. Sondern du bist hinübergewandelt, wie auf Eiern.«

»Und? Willst du das den Tschuggern erzählen, wie?«

Otto erschrak.

»Keine Gewalt bitte. Wir leben immer noch in einem Rechtsstaat.«

Hunkeler warf die Zigarette auf den Boden und zertrat sie. Er sah Frau Dogan neben der Kaffeemaschine sitzen. Sie zitterte am ganzen Leibe. Erkan redete auf sie ein.

»Ihr wird nichts geschehen«, sagte Hunkeler.

Erkan übersetzte.

»Sie werden sie wahrscheinlich mitnehmen aufs Kommissariat und befragen. Es kann dauern, bis sie die Übersetzer organisiert haben. Sie soll ruhig bleiben.«

»Sie hat bloß Sauerampfer für den Salat gesammelt«, sagte Erkan. »Jetzt hat sie Angst, eingesperrt zu werden. Ihre Papiere sind nicht in Ordnung.«

»Nein«, sagte Hunkeler, »sie darf nicht eingesperrt werden. Sie wird bloß als Zeugin befragt.«

Er suchte und fand den Blick der alten Frau. Augen voller Angst, voller Unterwürfigkeit.

»Danke, danke«, sagte sie.


Hunkeler trat auf die Burgfelderstraße hinaus. Dort blieb er eine Weile stehen, unschlüssig, was er tun sollte. Er schaute dem Dreiertram nach, das Richtung Grenze fuhr. Alles leer, Triebwagen und Anhänger. Niemand fuhr Tram am Sonntagmorgen.

Eigentlich hätte er in Erkans Café bleiben müssen, schließlich war er so etwas wie ein Zeuge. Obschon Schmidinger längst tot war, als er ihn fand.

Er ging ein Stück weit Richtung Grenze, als ob er ins Elsass wandern wollte. Etwas zog ihn fort, weg von eingeschlagenem Schädel und Polizei. Hinaus in die weite Landschaft. Nur noch Wiesen und Bäume, das war das, was er sehen wollte, nichts anderes mehr. Er wusste, dass das nicht möglich sein würde. Der Tod hatte Einzug gehalten mitten in Basel, an einem strahlenden Sonntagmorgen, als die Welt mit sich einig zu sein schien. Er, Hunkeler, hatte die Leiche gefunden. Er würde befragt werden, das war unumgänglich. Aber nicht heute, beschloss er. Vielleicht morgen. Oder übermorgen. Am liebsten nie.

Es war ihm nämlich völlig egal, dem ehemaligen Kriminalkommissär, wie Heinrich Schmidinger zu Tode gekommen war. Tot war tot. Vielleicht würde die Täterschaft gefunden, vielleicht auch nicht. Beides machte den Toten nicht wieder lebendig. Und die sogenannte Gerechtigkeit konnte Hunkeler gestohlen bleiben.

Er setzte sich auf eine Bank unter den Bäumen, welche die Burgfelderstraße säumten, und dachte nach. Es waren Linden, unter denen er saß, er roch ihren süßen Duft. Die waren früh dran heuer, die letzten Tage waren alle schön und warm gewesen.

Warum eigentlich hatte er dauernd mit Leichen zu tun? Lag es nur an seinem Beruf, der ihn verpflichtete, Mord und Totschlag aufzuklären? Oder war er, von Geburt an schon, ein Verwandter von Freund Hein, dem Flötenspieler, der den Lebenden den Todesmarsch blies? Warum war er auf die Idee gekommen, bei Erkan einen Kaffee zu trinken? Er hätte noch früh genug von Schmidingers traurigem Abgang erfahren, aus der Zeitung oder dem Radio. Aber nein, er musste vor Ort anwesend sein und der Leiche ins eingefallene Gesicht schauen. Und er hatte dieses verdammte Eiserne Kreuz in der Tasche.

Er hörte, wie im Turm der Antoniuskirche eine einzelne Glocke anschlug. Offenbar wurde dort jetzt die Wandlung gefeiert, es war eine katholische Kirche, Brot wurde zum Leib Christi, Wein zum Blut Christi. Oder so ähnlich, Hunkeler war schon lange nicht mehr gläubig. Er wusste bloß, dass sich vor wenigen Jahrhunderten noch die Leute wegen solcher Fragen die Köpfe eingeschlagen hatten.

Er griff in die Tasche nach dem Eisernen Kreuz. Was für ein verrückter Gedanke, das christliche Symbol zur Tapferkeitsmedaille für besonders gut gelungenes Töten des Feindes umzufunktionieren. Am liebsten hätte er es in weitem Bogen über die Straße geschmissen, ins Geäst der Bäume gegenüber. Aber er tat es nicht. Denn leicht konnte es gefunden werden, wenn er es wegschmiss, von spielenden Kindern zum Beispiel. Und Madörin, der Bluthund, würde sich auf die Fährte setzen, die zu ihm, zu Hunkeler, führte.

Er versuchte, ruhig zu atmen. Was war eigentlich geschehen, warum fühlte er sich plötzlich mitschuldig?

Schmidinger war seit rund zehn Stunden tot, als er ihn fand, so viel hatte er festgestellt, er kannte sich mit Leichen ein bisschen aus. Er war also gegen Mitternacht umgebracht worden. Was hatte er um Mitternacht im Park getan? Und wer war bei ihm gewesen? Ein Boulespieler? Oder ein fremder Gast?

Hunkeler wusste jetzt plötzlich, was zu tun war. Schnellstmöglich zu seiner Wohnung zurückgehen, sich dort ins Auto setzen und über den Hegenheimer Grenzübergang ins Elsass hinausfahren. Dort war er vorerst sicher.

Die Fortsetzung folgt morgen. Du findest sämtliche Kapitel hier im Kanal: 20min.ch/diogenes

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Hansjörg Schneiders «Hunkeler in der Wildnis» liest du jetzt exklusiv auf 20min.ch.

Bild: Philipp Keel / © Diogenes Verlag

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Teilnameschluss: 19. April 2020