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Der tägliche Gratis-Krimi: Teil 4

Fesselnder Lesespass mit «Hunkeler in der Wildnis». Jeden Tag einen neuen Teil zum Lesen!

Liebe Leserinnen und Leser!

In schwierigen Zeiten wie diesen ist vor allem eines wichtig: Zusammenhalt und das Wissen, nicht alleine zu sein. Und was verbindet mehr, als gemeinsam für kurze Zeit dem Alltag zu entfliehen und auf eine gemeinsame Phantasiereise zu gehen?

Zusammen mit dem Diogenes Verlag schenkt 20 Minuten deswegen allen Menschen in der Schweiz jeden Tag ein Stück spannender Literatur zum gemeinsamen Schmökern. Wir publizieren täglich kostenlos ein Kapitel des fesselnden Krimi-Romans «Hunkeler in der Wildnis» des Aarauer Schriftstellers Hansjörg Schneider.

Lasst euch vom Lesevergnügen packen, teilt es mit euren Liebsten und vergesst nicht auf die kleinen Freuden im Leben. Bleibt gesund und passt auf euch und eure Mitmenschen auf!

Du warst nicht von Anfang an dabei? Kein Problem, hier findest du alle Kapitel.

Teil 4:

Eine Stunde später stand er in der Wiese vor seinem Elsässer Haus und begutachtete seine Bäume. Die alte Korbweide mit meterdickem Strunk, die seit Jahrzehnten nicht mehr geschnitten worden war, so dass sich einzelne Triebe zu eigentlichen Stämmen ausgewachsen hatten. An einem hing ein Nistkasten für Blaumeisen, der bewohnt war. Die Altvögel hatten eine Menge zu tun, um ihren Nachwuchs zu füttern und möglichst bald in die Luft zu bringen. Die Weide bot ihnen ein ideales Biotop. Sie klebten mit Vorliebe an den herabhängenden Zweigen, ein zartes Blau am Pastellgrün der silbern glänzenden Blätter.

Daneben, in der Ecke zur Scheune, hatte er in der ersten Nacht, die er in diesem Haus verbracht hatte, das Licht eines Leuchtkäfers gesehen. Es war ein Weibchen, das mit seinem Glühen herumfliegende Männchen anlocken wollte. Er hatte es behutsam auf seinen Handteller gehoben. Dort glomm das Licht eine Weile weiter, bis es erlosch, für immer. Seit jener Nacht hatte er auf seinem Grundstück keinen Leuchtkäfer mehr gesehen.

Er ging hinüber zum alten Schweinestall. Davor stand ein Birnbaum, der zur Hälfte verdorrt war. Aber noch trug die andere Hälfte Früchte, die an nebligen Herbsttagen zu Boden fielen, anfaulten und im Winter von den Amseln weggepickt wurden. Und jeden Morgen kurz vor elf flog ein großer Specht heran, grasgrün mit feuerroter Haube, um Stamm und Geäst nach Käfern und Raupen abzuklopfen.

An einem waagrechten Ast hing der Nistkasten für die Gartenrotschwänze. Hunkeler hatte ihn auf gut Glück hingehängt, gespannt, ob es funktionierte. Tatsächlich war an einem Aprilmorgen ein wunderschön gefiederter Gast aufgetaucht, roter Bauch, schwarze Kehle, weiße Haube, ein Gartenrotschwanzmann. Etwas später entdeckte Hunkeler auch das Weibchen. Seither traf das Paar jedes Frühjahr ein, nach langem Flug über Wüste und Meer. Hunkeler nahm jedenfalls an, dass es dasselbe Paar war. Er wusste, dass Gartenrotschwanzpaare ein Leben lang zusammenblieben. Der wahre Luxus, davon war er überzeugt, war das Glück, mit Vögeln zusammenzuleben. Beim Erwachen das Morgenkonzert, beim Einnachten das Abendlied. Zuletzt, wenn die Schwärze der Nacht alles einhüllte, das feine Zwitschern des Rotschwanzes.

Drüben gegen das Nachbarsgrundstück hin stand eine Reihe Zwetschgenbäume. Sechs Stück waren es, übervoll behangen mit kleinen, noch steinharten Früchten. Eine gute Zwetschgenernte heuer. Er würde sie alle pflücken im Herbst, er hatte jetzt Zeit als Rentner. Die Leiter anstellen und hochsteigen ins Laub, den Kratten füllen und in den Korb am Boden leeren. Den Korb hinübertragen zum Nachbarn, der die Ernte, zusammen mit der eigenen, zur Sammelstelle fuhr. Zwetschgen waren eines der wenigen Produkte, mit denen ein berenteter Bauer noch etwas Geld verdienen konnte. Wobei das Wort »berentet« natürlich ein Hohn war. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel. Wenn die Bauern bloß keine Milch mehr produzierten, alles andere war egal. Nur noch Mais, großflächig angesät von riesigen Traktoren, mit Insektiziden besprüht, mit Stickstoff gedüngt, so dass das Quellwasser kaum mehr trinkbar war. Das Ganze nannte sich Fortschritt.

Hunkeler betrachtete die Hühner, die unter dem Birnbaum scharrten. Ein geschäftiges Treiben, hin und wieder ein leises Gackern, das Hunkeler irgendwie optimistisch stimmte. Hahn Fritz, der schon weit bessere Tage gesehen hatte, pickte eifrig mit, als ob im Gras fette Körner lägen.

»Wacker, Kollege Fritz«, sprach Hunkeler, »wie du dich auf den Beinen hältst. Aber bald haut es dich von der Stange.«

Die Fortsetzung folgt morgen. Du findest sämtliche Kapitel hier im Kanal: 20min.ch/diogenes

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Hansjörg Schneiders «Hunkeler in der Wildnis» liest du jetzt exklusiv auf 20min.ch.

Bild: Philipp Keel / © Diogenes Verlag

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Teilnameschluss: 19. April 2020