Kaufe jetzt online bei deiner Buchhandlung ein - viel Spass beim Lesen!
Kaufe jetzt online bei deiner Buchhandlung ein - viel Spass beim Lesen!
Paid Post

Der tägliche Gratis-Krimi: Teil 15

Fesselnder Lesespass mit «Hunkeler in der Wildnis». Jeden Tag einen neuen Teil zum Lesen!

Liebe Leserinnen und Leser!

In schwierigen Zeiten wie diesen ist vor allem eines wichtig: Zusammenhalt und das Wissen, nicht alleine zu sein. Und was verbindet mehr, als gemeinsam für kurze Zeit dem Alltag zu entfliehen und auf eine gemeinsame Phantasiereise zu gehen?

Zusammen mit dem Diogenes Verlag schenkt 20 Minuten deswegen allen Menschen in der Schweiz jeden Tag ein Stück spannender Literatur zum gemeinsamen Schmökern. Wir publizieren täglich kostenlos ein Kapitel des fesselnden Krimi-Romans «Hunkeler in der Wildnis» des Aarauer Schriftstellers Hansjörg Schneider.

Lasst euch vom Lesevergnügen packen, teilt es mit euren Liebsten und vergesst nicht auf die kleinen Freuden im Leben. Bleibt gesund und passt auf euch und eure Mitmenschen auf!

Du warst nicht von Anfang an dabei? Kein Problem, hier findest du alle Kapitel.

Teil 15:

Gegen elf Uhr stand Hunkeler in der Scheune und schwang die große Axt, um das knorrige Holz eines Zwetschgenbaumes zu zerspalten. Da hörte er draußen einen Hund kläffen, dann ein anhaltendes Hupen. Er trat hinaus und sah ein Luxusauto deutscher Fabrikation, dunkelblau im Morgenlicht glänzend. Darin saß Staatsanwalt Suter, die Hand auf der Hupe. Davor stand der Hund Kaspar mit gefletschten Zähnen.

»Endlich«, rief Suter, »schaffen Sie dieses verdammte Untier weg. Es hat mich angefallen.«

»Nehmen Sie Ihre Hand von der Hupe weg. Man versteht ja sein eigenes Wort nicht mehr.«

»Erst, wenn die Bestie aus meinem Blickfeld verschwunden ist. Das ist Freiheitsberaubung, in Verbindung mit dem Tatbestand der Körperverletzung.«

Hunkeler packte den Hund am Genick, zerrte ihn auf die Straße hinaus und gab ihm einen Tritt, so dass er um die Ecke verschwand.

»Das ist bloß Kaspar. Er ist ein bisschen geistesgestört.«

»Kann man wohl sagen. Er hat mir das linke Bein aufgerissen, als ich aussteigen wollte.«

»Er ist weg. Zeigen Sie Ihr Bein.«

Suter stieg aus, in hellblauem Flanell mit rosa Krawatte. Was bestens mit dem dunkelblauen Coupé korrespondierte.

»Das wird Folgen haben. Ich hetze Ihnen die Gendarmerie auf den Hals.«

»Sie meinen Gendarme Wirz. Mit dem habe ich kürzlich ein gutes Glas Wein getrunken. Zeigen Sie her.«

Suters linkes Hosenbein war zerrissen. Verletzt war er nicht, Kaspar hatte nicht richtig zugebissen.

»Bloß ein bisschen gekniffen, wie das ein guter Wachhund tun muss. Die Hose ist allerdings kaputt.«

»Das ist beste Schneiderarbeit aus Mailand«, wetterte Suter. »Sie werden mir die Kosten auf den Euro genau erstatten.«

»Ach was. Wenn ich mich nicht täusche, haben Sie einen ganzen Schrank voll solcher Anzüge. Wie wäre es für einmal umgekehrt? Rosa Anzug mit hellblauer Krawatte?«

Suter erstarrte. Er war nahe daran, die Fassung zu verlieren, doch er beherrschte sich und versuchte ein Lächeln.

»So ein Schwachsinn. Hören wir auf, uns zu streiten.«

»Ich mache einen Vorschlag«, sagte Hunkeler. »Gehen wir hinein, und trinken wir eine Tasse Kaffee.«

Sie gingen hinein, und Hunkeler setzte Kaffeewasser auf.

»Das also ist Ihr Refugium«, sagte Suter, nachdem er am Küchentisch Platz genommen hatte. »Wird Ihnen hier nie langweilig?«

»Ich langweile mich nie.«

»Haben Sie Büroklammern?«

Hunkeler nickte, nahm eine Schachtel Büroklammern aus einer Schublade und stellte zwei Tassen auf den Tisch. Er schaute zu, wie der Staatsanwalt notdürftig das zerrissene Hosenbein zusammenheftete.

»So geht es einigermaßen. Seit wann haben Sie einen Wachhund?«

»Seit ein paar Tagen. Er ist mir zugelaufen. Warum sind Sie hier?«

»Das wissen Sie doch. Wir kommen nicht weiter ohne Sie. Warum sind Sie vom Tatort abgehauen?«

»Ich bin nicht abgehauen.«

»Doch. Sie hätten Kommissär Madörin Red und Antwort stehen müssen.«

»Aber nicht, wenn er mich anschreit.«

»Madörin ist ein leidenschaftlicher Polizist, das wissen Sie. Deshalb schreit er manchmal, auch wenn dies nicht korrekt ist. Aber lassen wir das.«

»Ich habe mit dem Fall Schmidinger nichts zu tun.«

»So? Warum sind Sie denn gestern Morgen auf einem Moped durch die Glaserbergstraße gefahren?«

Der verdammte Schaub, dachte Hunkeler. Der war doch nicht so blöd, wie er aussah.

»Das Moped gehört Nicole Schlienger. Sie wohnt unten am Bach. Sie hat es mir ausgeliehen, und ich bin damit ein bisschen durch die Dörfer gefahren.«

»Machen Sie sich bitte nicht lächerlich, ich bitte darum.«

»Ich wollte wissen, was sich um den Kannenfeldplatz herum so alles tut.«

»Folglich sind Sie doch nicht so unbeteiligt, wie Sie behaupten.«

»Schmidinger war ein Bekannter von mir. Wir haben zusammen Boule gespielt.«

Suter schlürf‌te vom Kaffee.

»Kann ich bitte ein bisschen Zucker haben?«

Hunkeler brachte Zucker. Was zum Teufel wusste der Staatsanwalt alles?

»Sie waren als Erster vor Ort«, sagte der. »Sie sahen den Grasbüschel im Mund des toten Schmidinger, die beiden Boulekugeln zwischen den Beinen. Und dass die dritte Kugel fehlte. Sie folgerten daraus, dass er mit der dritten Kugel erschlagen wurde. Was vielleicht zutrifft, vielleicht auch nicht.«

»Stimmt nicht. Ich folgerte überhaupt nichts.«

»So? Warum steht denn dies alles in der Boulevardzeitung? Woher hat es Hauser?«

»Sind Sie wahnsinnig?«, fragte Hunkeler. »Was soll das heißen? Wollen Sie behaupten, dass Hauser die Einzelheiten von mir hat?«

»Woher sonst?«

»Frau Dogan hat die Leiche gefunden. Erkan hat angerufen. Das Pikett mit Madörin ist wenige Minuten später vorgefahren. Das heißt: Wenn der dicke Hauser tatsächlich vor Ort gewesen wäre und die Leiche gesehen hätte, so müsste das geschehen sein, bevor Frau Dogan um Hilfe rief. Und auch, bevor ich im Café war. Sonst wäre es mir aufgefallen. Übrigens hätte Hauser die Leiche sogleich fotografiert, wenn er sie gefunden hätte. Und dieses Foto wäre im Boulevardblatt erschienen. Ist es aber nicht. Das heißt: Jemand muss schon vorher vor Ort gewesen sein. Und dieser Jemand muss es Hauser gesteckt haben.«

»Wann sind Sie im Café erschienen?«

»Kurz vor dem großen Läuten der Antoniuskirche. Aber hören Sie endlich auf damit. Das ist eine Unverschämtheit, mich zu verdächtigen.«

»Es verdächtigt Sie niemand. Ich habe Sie bloß ein bisschen provoziert. Immerhin weiß ich jetzt, wie sehr Sie an diesem Fall interessiert sind. Sie stecken mittendrin.«

»Ich will aber nicht mehr. Das war der Grund, weshalb ich abgehauen bin.«

»Es wird Ihnen nicht gelingen. Wir vom Kommissariat können nicht loslassen, es ist eine Berufskrankheit. Ich weiß das von meinem Vorgänger. Sehen Sie, etwas an diesem Fall ist kurios. Mysteriös. Dieses Mysterium wird Sie nicht loslassen. Ich kenne Sie doch.«

Stimmt, dachte Hunkeler. Aber er sagte nichts.

»Es gibt da noch etwas, was uns rätselhaft ist. Nach Aussage von allen, die Schmidinger kannten, hat er stets ein Eisernes Kreuz um den Hals getragen, das er von seinem Vater geerbt und offenbar in Ehren gehalten hat. Haben Sie Kenntnis davon?«

»Ja. Sein Vater ist als Angehöriger der deutschen Wehrmacht in Jugoslawien gefallen.«

»Oder als Angehöriger der Waffen-SS. Aber das wissen wir noch nicht genau. Dieses Eiserne Kreuz hing nicht mehr am Hals der Leiche. Wer hat es entwendet? Wir wissen es nicht. Entweder hat es Frau Dogan entwendet. Oder der Unbekannte, von dem Sie soeben gesprochen haben. Oder der Täter. Oder Sie, Kollege Hunkeler.«

»Das ist nicht Ihr Ernst. Das kann unmöglich Ihr Ernst sein.«

»Wie Sie wissen, müssen wir alle denkbaren Möglichkeiten in Betracht ziehen. Auch wenn sie absurd scheinen.«

Hunkeler spürte ein Zittern in seinen Knien. Aber er zuckte nicht mit der Wimper.

»Das ist wirklich absurd. Warum sollte ich dieses Kreuz an mich genommen haben?«

»Eine schlimme Straf‌tat wäre es ja nicht. Es könnte aus Sympathie zu Schmidinger geschehen sein. Oder weil Sie Kommissär Madörin, der voraussehbar die Verfahrensleitung übernehmen würde, in die Suppe spucken wollten. Es geschehen manchmal seltsame Dinge auf dem Kommissariat. Weil sich die Kommissäre zu sehr in einen Fall verbeißen.«

»Mir wird das bestimmt nicht passieren. Ich bin raus. Hier gibt es genug Arbeit.«

»Ich verstehe. Die Wiese, die Bäume, die Vögel, das Hausdach und so weiter. Ich kann Ihnen nur gratulieren.«

»Danke.«

»Kann ich noch eine Tasse Kaffee haben?«

»Gern.«

»Ich habe Sie selbstverständlich keinen Moment verdächtigt. Weil ich Sie als überaus verantwortungsvollen Kommissär kenne. Nicht wahr?«

Hunkeler nickte.

»Leider tappen wir im dichten Nebel herum. Sie könnten uns vielleicht helfen, diesen Nebel ein bisschen zu lichten.«

Schön gesagt, dachte Hunkeler.

»Ich bitte Sie, nach Basel zu kommen und mit uns zu reden. In alter Freundschaft.«

»Das Kommissariat werde ich sicher nie mehr betreten.«

»Dann eben in einer Beiz. Wie wär’s bei einem Abendschoppen, im Birseckerhof gleich neben dem Waaghof?«

»Eine sympathische Beiz. Einverstanden.«

»Wann?«

»Lassen Sie mir noch ein paar Tage Zeit. Wir telefonieren.«

»Wie steht’s mit Ihrem privaten Handy?«

»Nein. Das ist nur für Hedwig.«

»Also abgemacht. Gruß an Ihre Frau.«

Die Fortsetzung folgt morgen. Du findest sämtliche Kapitel hier im Kanal: 20min.ch/diogenes

Kaufe jetzt online bei deiner Buchhandlung ein - viel Spass beim Lesen!

Paid Post

Paid Posts werden von unseren Kunden oder von Commercial Publishing Tamedia in deren Auftrag erstellt. Sie sind nicht Teil des redaktionellen Angebots.

Hansjörg Schneiders «Hunkeler in der Wildnis» liest du jetzt exklusiv auf 20min.ch.

Bild: Philipp Keel / © Diogenes Verlag

Mitmachen und gewinnen

Du kannst nicht genug kriegen von Hansjörg Schneiders «Hunkeler in der Wildnis»? Dann mach jetzt mit und vielleicht liegt das Buch schon bald bei dir im Briefkasten!

Teilnameschluss: 19. April 2020