Kooperation 20 Minuten & FHNW

«Das Interesse an Weiterbildung ist riesig»

Die Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW hat innert kürzester Zeit ein spezielles Online-Weiterbildungsangebot realisiert.

Die kostenlosen Kurse können von der gesamten Bevölkerung genutzt werden. Im Interview erklärt der Direktor der Hochschule für Wirtschaft, Prof. Dr. Ruedi Nützi, die Idee hinter diesem Angebot.

Direktor der Hochschule für Wirtschaft, Prof. Dr. Ruedi Nützi
Direktor der Hochschule für Wirtschaft, Prof. Dr. Ruedi Nützi FHNW

Herr Nützi, weshalb hat ihre Hochschule, dieses Angebot lanciert?

Wir wollen in dieser Krise einen Beitrag für die Menschen in der Schweiz und die Wirtschaft leisten. Viele Menschen in unserem Land sind im Moment zuhause und haben unfreiwillig viel freie Zeit. Wir machen ihnen ein Angebot, diese Zeit sinnvoll zu nutzen. Dazu geben wir das weiter, was wir haben, nämlich Bildung.

Wie ist die Reaktion auf dieses Angebot?

Sie ist überwältigend. Die Anmeldungen zu den Kursen haben uns überrannt. Darum haben wir kurzfristig weitere Angebote aufgeschaltet. Und wir werden das Angebot weiter ausbauen. Zum Beispiel werden ehemalige Studierende, die heute erfolgreich in der Wirtschaft unterwegs sind, online ihre Erfahrungen aus der Praxis teilen.

Haben sie mit diesem grossen Interesse gerechnet?

Ehrlich gesagt waren wir nicht sicher, ob die Menschen tatsächlich Lust haben, sich in dieser Corona-Krise weiterzubilden. Offenbar wird aber sehr geschätzt, dass wir in dieser Zeit der weitgehenden Isolation ein solches Angebot machen. Für mich persönlich ist das eine zusätzliche Motivation. Wissen zu vermitteln und die Wirtschaft mit gut ausgebildeten Mitarbeitenden zu stärken, ist nicht nur unser Beruf, sondern auch unsere Berufung. Dass wir so vielen Menschen gerade jetzt damit helfen können, finde ich toll.

Bieten sie diese Kurse auch an, weil die Hochschule für Wirtschaft FHNW geschlossen ist und sich die Mitarbeitenden sonst langweilen würden?

Das ist definitiv nicht der Fall. Nur die Gebäude sind geschlossen. Der Unterricht in der Aus- und Weiterbildung läuft weiter – nun eben online und nicht in den Klassenräumen. Und mehr Zeit haben die Mitarbeitenden deswegen nicht, ganz im Gegenteil. Den Unterricht von einem Tag auf den anderen online anzubieten war und ist sehr aufwändig. Dozierende können nicht einfach ihre Lektionen ins Internet kopieren. Die Inhalte und Präsentationen müssen komplett neu aufgebaut werden. Für die Mitarbeitenden sind die zusätzlichen Kurse für die Bevölkerung ein Mehraufwand, den sie zu einem grossen Teil in ihrer Freizeit leisten.

Die Hochschule für Wirtschaft hat dieses Angebot in sehr kurzer Zeit auf die Beine gestellt. Hatten sie den Plan dazu bereits in der Schublade?

Nein. Aber die Hochschule für Wirtschaft FHNW betreibt bereits seit über zehn Jahren ein learning.lab. Dieses setzt sich in Beratung und Forschung für innovative Lehre in der Hochschule sowie für einen effektiven und nachhaltigen Umgang mit Wissen und Kompetenzen in Schweizer und internationalen Organisationen und Netzwerken ein. Unsere Mitarbeitenden können die Erfahrungen des learning.lab in Form von Schulungsangeboten und Beratungsterminen unkompliziert nutzen, um ihren Unterricht auf Distance Learning umzustellen.

Wie geht es nach dem Lockdown weiter?

Die individuelle Weiterbildung ist eine ständige Aufgabe von uns allen. In dem Sinn werden wir unser breites Angebot wie bisher auf die Bedürfnisse der Unternehmen und Mitarbeitenden ausrichten. Der Lockdown hat gezeigt, dass die Nachfrage nach online-Angeboten gross ist. Es wird in Zukunft noch mehr als heute kluge Formen von Präsenz- und online-Unterricht geben.

Kooperation

Dieser Beitrag wurde von Commercial Publishing Tamedia in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Nordwestschweiz erstellt.