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Der tägliche Gratis-Krimi: Teil 27

Fesselnder Lesespass mit «Hunkeler in der Wildnis». Jeden Tag einen neuen Teil zum Lesen!

Liebe Leserinnen und Leser!

In schwierigen Zeiten wie diesen ist vor allem eines wichtig: Zusammenhalt und das Wissen, nicht alleine zu sein. Und was verbindet mehr, als gemeinsam für kurze Zeit dem Alltag zu entfliehen und auf eine gemeinsame Phantasiereise zu gehen?

Zusammen mit dem Diogenes Verlag schenkt 20 Minuten deswegen allen Menschen in der Schweiz jeden Tag ein Stück spannender Literatur zum gemeinsamen Schmökern. Wir publizieren täglich kostenlos ein Kapitel des fesselnden Krimi-Romans «Hunkeler in der Wildnis» des Aarauer Schriftstellers Hansjörg Schneider.

Lasst euch vom Lesevergnügen packen, teilt es mit euren Liebsten und vergesst nicht auf die kleinen Freuden im Leben. Bleibt gesund und passt auf euch und eure Mitmenschen auf!

Du warst nicht von Anfang an dabei? Kein Problem, hier findest du alle Kapitel.

Teil 27:

Kurz vor Mitternacht rief er seinen ehemaligen Kollegen Lüdi an. Er musste lange warten, bis abgenommen wurde.

»Oui, mon joujou?«

»Ich bin nicht dein joujou, sondern dein ehemaliger Kollege Hunkeler.«

»Moment.«

Ein Rascheln war zu hören, dann das Klicken eines Feuerzeugs.

»Du weißt doch, dass ich nicht mit dir reden darf. Warum versuchst du es immer wieder?«

»Weil ich ohne dich nicht weiterkomme.«

»Das ist ja genau das Problem. Suter will, dass du dich nicht einmischst. Es tut mir leid.«

»Halt, stopp«, sagte Hunkeler. »Ich rufe wegen des Ehepaars Cernik an. Darüber kannst du mir doch wohl Auskunft geben.«

Ein eigentümliches Kichern war zu hören. Lüdi kicherte immer, wenn er unsicher war.

»Also meinetwegen. Dann frag.«

»Wie geht es Frau Cernik?«

»Wieder besser. Ich habe sie heute über Mittag angerufen und noch einmal um Entschuldigung gebeten. Das hat sie sehr geschätzt. Aber ich frage mich schon, ob du endgültig senil geworden bist. Man wirft doch nicht mitten in der Nacht fremde Fensterscheiben ein.«

»Es war die unerträgliche Hitze. Und der Lärm von drüben.«

»Der kam aber nicht vom Ehepaar Cernik. Überhaupt, warum bist du nicht im Elsass? Dort sind die Nächte bestimmt kühler.«

»Weil ich ein paar Dinge wissen muss, die ich im Elsass nicht erfahre.«

Wieder das Kichern, das Klicken eines Feuerzeugs.

»Dann frag meinetwegen. Wenn ich keine Antwort gebe, heißt das Ja. Aber du hast es nicht von mir.«

»Ist Schmidinger von einem runden Gegenstand, einer Kugel, erschlagen worden? Und sind die Kugeln mit den sieben Ringen die seinen?«

Schweigen, nur das Ausstoßen von Rauch war zu hören.

»Zählen Ueli Zgraggen und Joseph Bruderer zu den verdächtigen Personen?«

Stille.

»Wer sonst noch?«

Ein langes Schweigen.

»Wir haben keine Ahnung«, sagte Lüdi endlich. »Nicht eine einzige Spur, die wir verfolgen könnten. Die traurige Wahrheit ist, dass du uns fehlst auf dem Kommissariat.«

»Ich danke dir, mein Engel«, sprach Hunkeler und legte auf.


Er setzte sich an den Küchentisch und schaute durchs offene Fenster in den Hinterhof hinaus. Die Bäume standen ruhig in der Dunkelheit, kein Hauch, kein Blatt bewegte sich. Windstille, und das schon seit Wochen. Die Rollläden der obersten Wohnung gegenüber waren heruntergelassen, die jungen Leute ausgeflogen. Auf eine griechische Insel vielleicht, um in einer stillen Bucht unter Tamarisken dem Auslaufen der Wellen zuzuhören und Retsina zu trinken.

Eine kleine Insel in den Kykladen kam Hunkeler in den Sinn, erreichbar in einem Motorboot. Es gab bloß einen einzigen Hafen mit zwei Tavernen. Sonst die pure Wildnis, niedriges duftendes Gesträuch. Zuoberst auf dem Hügel die Ruinen einer Kreuzritterburg.

Seine Freundin und er waren die einzigen Touristen in diesem Hafen, drei Wochen lang im Spätsommer. Abends saßen sie mit den alten Männern in einer der Tavernen, holten sich in der Küche Essen, tranken Retsina in kleinen Schlucken. Es gab keinen einzigen Grund zur Eile. Sie schauten dem Mond zu, der über dem glitzernden Meer jeden Abend eine Stunde später aufging, bis er ganz wegblieb. Dann leuchteten nur noch die Sterne.

Er lag stundenlang im Wasser und betrachtete durch die Taucherbrille die Fische, die auf Armlänge heranschwammen und dann wegflitzten auf sichere Distanz.

Eines Morgens sah er weiter draußen einen Fischzug vorbeigleiten, ohne Anfang, ohne Ende. Silberleib an Silberleib, sehr schmal, jeder einzelne vielleicht dreißig Zentimeter lang, mit kaum wahrnehmbaren Bewegungen der Schwanzflossen. Er war so hingerissen von diesem Anblick, dass er gleich hinausschwamm und die Fische zu berühren versuchte. Sie wichen ihm ruhig aus, so dass er hindurchglitt, ohne einen einzigen zu berühren. Er ließ es dann bleiben, schwamm nur noch ein Stück weit nebenher, auch er ein Fisch jetzt im tiefblauen Wasser.

Am nächsten Morgen war dieser Fischzug noch immer da, und am Abend auch. So blieb es gut eine Woche lang, die Menge dieser Fische schien unerschöpf‌lich zu sein. Die alten Männer am Hafen hatten einen Namen für sie, sie seien immer da um diese Jahreszeit. Woher sie kamen und wohin sie schwammen, wussten sie nicht. Jeden Abend wurden einige auf dem Grill gebraten, mit Zitronensaft beträufelt, und alle, auch Hunkeler, aßen mit.

Die Fortsetzung folgt morgen. Du findest sämtliche Kapitel hier im Kanal: 20min.ch/diogenes

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Hansjörg Schneiders «Hunkeler in der Wildnis» liest du jetzt exklusiv auf 20min.ch.

Bild: Philipp Keel / © Diogenes Verlag

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Teilnameschluss: 27. April 2020