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Der tägliche Gratis-Krimi: Teil 32

Fesselnder Lesespass mit «Hunkeler in der Wildnis». Jeden Tag einen neuen Teil zum Lesen!

Liebe Leserinnen und Leser!

In schwierigen Zeiten wie diesen ist vor allem eines wichtig: Zusammenhalt und das Wissen, nicht alleine zu sein. Und was verbindet mehr, als gemeinsam für kurze Zeit dem Alltag zu entfliehen und auf eine gemeinsame Phantasiereise zu gehen?

Zusammen mit dem Diogenes Verlag schenkt 20 Minuten deswegen allen Menschen in der Schweiz jeden Tag ein Stück spannender Literatur zum gemeinsamen Schmökern. Wir publizieren täglich kostenlos ein Kapitel des fesselnden Krimi-Romans «Hunkeler in der Wildnis» des Aarauer Schriftstellers Hansjörg Schneider.

Lasst euch vom Lesevergnügen packen, teilt es mit euren Liebsten und vergesst nicht auf die kleinen Freuden im Leben. Bleibt gesund und passt auf euch und eure Mitmenschen auf!

Du warst nicht von Anfang an dabei? Kein Problem, hier findest du alle Kapitel.

Teil 32:

Am Morgen, als sie ausgeschlafen hatten, blieben sie noch eine Weile im Bett liegen, um ein bisschen zu schwatzen.

»Was hast du eigentlich vor mit dem Hund? Willst du ihn mitnehmen auf unsere Wanderung?«

»Nein, er ist weg.«

»Wie weg?«

»Ich habe ihn heute Nacht heulen hören, hinten im Wald. Ich bin nachschauen gegangen. Der Strick war durchbissen.«

»Also doch ein Untier, dein friedlicher Schläfer.«

»Gestern«, sagte er, »als ich durch die Maisfelder ging, ist mir der Douanier Rousseau eingefallen.«

»Der mit dem Urwald und den Märchentieren drin?«

»Ja der.«

»Den kenne ich. Auf einem bläst eine nackte Gestalt eine Flöte.«

Sie räkelte sich genüsslich. Er mochte diese Morgenstunden zu zweit, wenn sich die Gedanken befreiten und locker herausrutschten.

»Wo hast du in der vergangenen Nacht geschlafen?«

»Unterwegs, im Wald.«

»Im Mondlicht?«

»Nein. Eingeschlafen bin ich in völliger Dunkelheit. Einmal bin ich erwacht. Da hat mich ein Tier angestarrt, so dass ich erschrocken bin. Es war Kaspar, der mich gefunden hat.«

»Du hängst also an ihm?«

»Ja, schon.«

»Hunkeler zähmt die Tiere der Wildnis. Dabei ist er selber ein wildes Tier. Wo ist der Hund jetzt?«

»Hinten im Wald, vermute ich. Wo sich die Säue suhlen.«

»Was für Säue?«

»Die Wildschweine, die vorbeiziehen. Sie wälzen sich dort im Schlamm, um ihre Haut zu pflegen. Die ist sehr empfindlich, weil sie kein Fell haben, bloß Borsten.«

»Genau wie du, wenn du dich nicht rasierst. Warum haben eigentlich bloß die Männer Bärte und die Frauen nicht?«

»Findest du das ungerecht?«

»Ja, im Prinzip schon. Aber eigentlich nicht. Zeigst du mir diese Stelle, wo sich diese Säue suhlen?«

»Wenn du willst, gern.«


Sie wanderten durch die Maisfelder Richtung Wald. Er ging gern neben Hedwig, er wusste es schon lange.

»Ich gehe gern neben dir«, sagte sie. »Weil du nie stehen bleibst, um irgendetwas zu erzählen. Das tun nämlich viele. Sie bleiben plötzlich stehen, so dass man auch stehen bleiben und ihnen zuhören muss, bis sie sich wieder in Bewegung setzen. Das hasse ich wie die Pest.«

Im Wald hörten sie das Geschrei von Krähen. Dann, als sie näher kamen, flatterten sie davon, schwarze Aasvögel, die im hellen Laub verschwanden.

Die Suhle war heftig durchwühlt, er erkannte die Spuren einer Bache und von Frischlingen im feuchten Boden. Mittendrin lag der Hund Kaspar mit aufgerissenem Bauch, aus dem das Gedärm hervorquoll.

Hunkeler griff in die Hosentasche, holte das Eiserne Kreuz hervor und warf es in weitem Bogen ins junge Gehölz.

»Leb wohl, alter Kämpfer«, sagte er.

»Schrecklich«, sagte Hedwig und hielt sich die Hände vor den Mund. »Das ist grauenhaft. Wer hat ihn so zugerichtet?«

»Die Wildschweine. Es war eine Bache dabei mit Frischlingen.«

»Aber er hätte doch weglaufen können.«

»Das hätte er können. Aber das wollte er nicht.«

»Und jetzt? Was tun wir mit ihm?«

»Wir lassen ihn liegen. Die Krähen fressen ihn, oder es kommt ein Fuchs oder ein Luchs vorbei.«

»Was? Gibt es hier Luchse?«

»Das weiß ich doch nicht. Irgendwer wird ihn auf‌fressen. Komm, wir gehen zurück aufs offene Feld.«

Sie blieb nach wenigen Schritten stehen.

»Mein Gott, Peter, wenn sie über dich hergefallen wären, während du schliefst.«

»Aber nein. Sie sind nicht über ihn hergefallen. Er ist über sie hergefallen.«

Nach ein paar weiteren Schritten blieb sie wieder stehen.

»Was war das, was du aus der Tasche geholt und weggeworfen hast?«

»Das weißt du doch.«

»Wie bitte? Hast du dieses verdammte Kreuz die ganze Zeit in der Tasche gehabt? Aber warum denn?«

»Ich weiß nicht. Jetzt ist es ja weg, sei doch froh.«

»Worüber soll ich froh sein? Darüber, dass du dich mit einem Untier zusammentust, das eine Mutter mit ihren Kindern überfällt? Was war das für ein Tier, das dich gestern Nacht angestarrt hat?«

»Ich habe es dir ja gesagt. Es war Kaspar.«

»Und jetzt liegt er zerfetzt im Schlamm. Nein danke. Etwas kann ich dir sagen. Wenn ich mitkomme auf diese Wanderung, so werde ich jede Nacht in einem warmen Bett schlafen.«

Sie stapf‌te wütend durchs Unterholz Richtung Waldrand.


Am Abend, als Hedwig nach Basel zurückgefahren war, holte Hunkeler zwei Flaschen Wein aus dem Keller und ging damit zu Nicole Schlienger. Sie saß wie immer in der Küche vor ihrem Glas. Daneben lag eine Packung Zwieback. Er stellte die beiden Flaschen hin.

»Weihnachten und Ostern zusammen«, sagte sie und schlurf‌te zur Spüle, um ihr Glas auszuwaschen. Dann schenkte sie sich behutsam ein und trank.

»Viel zu gut für mich. Trinkst du ein Glas mit?«

»Gern, wenn es nicht zu viele Umstände macht.«

Sie schüttelte den Kopf und holte ein zweites Glas.

»Unglaublich, wie mir die Freundlichkeit abhandengekommen ist. Bestimmt denkst du, ich sei ein altes Scheusal. Manchmal graust es mir vor mir selber. Darf ich dir Zwieback anbieten?«

»Danke, nein. Wie geht’s dem Kitz?«

»Dem geht’s gut. Es hüpft draußen herum.«

»Und sonst? Was gibt’s Neues?«

»Ich frage mich, was in Basel eigentlich los ist. Das nimmt ja kein Ende.«

»Was denn?«

»Am Rheinufer beim Hotel Drei Könige ist eine Frau totgeschlagen worden.«

»Wie bitte?«

»Ja. Ihre Leiche wurde im Rechen des Rheinbades gefunden.«

»Wann war das?«

Sie suchte auf dem Smartphone.

»Hier, ich hab’s. Heute um 15 Uhr 49 meldete Nausikaa: ›Um zwölf Uhr mittags kamen zwei junge Typen in Kapuzenjacken ins Bad. Sie sprachen Französisch und Elsässisch. Sie waren total verladen. Habe sie heimlich fotografiert. Sie haben randaliert, Stühle ins Wasser geschmissen. Onorio und Gelbert haben sie hinausgeworfen. Sie zogen bachaufwärts weiter. Sie hat wohl auf dem Treidelweg oberhalb der Fähre geschlafen. Die Polizei hat dort eine Bambusflöte gefunden. Die Beiden haben sie im Schlaf ermordet und in den Rhein geworfen. Onorio und Gilbert haben sie im Rechen hängen sehen und herausgeholt. Sie war aber bereits tot. Ich habe sogleich angerufen, die Polizei war in genau sechs Minuten vor Ort. Ich habe ihr die Fotos zur Verfügung gestellt.

PS: Gilbert macht sich Vorwürfe, dass er die beiden, als sie im Bad randalierten, nicht in eine Kabine gesperrt hat. Aber wer konnte diese schreckliche Tat voraussehen? Niemand. Wir alle versuchen, Gilbert und auch Onorio zu trösten. Und wir alle müssen in Zukunft besser aufpassen.‹ «

Hunkeler betrachtete die drei Fliegen, die im Zickzack um die Lampe surrten.

»Wer ist diese Nausikaa?«, fragte er.

»Warum fragst du das? Das ist doch jetzt egal.«

»Weil sie eine Königstochter auf einer griechischen Insel war.«

»Fällt dir nichts Gescheiteres ein? Du bist doch Polizist gewesen. Wenn du willst, kannst du dir mein Moped ausleihen und die gelbe Jacke.«

Er überlegte kurz.

»Nein, ich bleibe im Elsass. Wenn eine neue Meldung hereinkommt, rufst du mich an.«

»Und was ist mit dem Wein?«

»Den musst du allein austrinken.«

Die Fortsetzung folgt morgen. Du findest sämtliche Kapitel hier im Kanal: 20min.ch/diogenes

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Hansjörg Schneiders «Hunkeler in der Wildnis» liest du jetzt exklusiv auf 20min.ch.

Bild: Philipp Keel / © Diogenes Verlag

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Teilnameschluss: 27. April 2020