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Der tägliche Gratis-Krimi: Teil 36

Fesselnder Lesespass mit «Hunkeler in der Wildnis». Jeden Tag einen neuen Teil zum Lesen!

Liebe Leserinnen und Leser!

In schwierigen Zeiten wie diesen ist vor allem eines wichtig: Zusammenhalt und das Wissen, nicht alleine zu sein. Und was verbindet mehr, als gemeinsam für kurze Zeit dem Alltag zu entfliehen und auf eine gemeinsame Phantasiereise zu gehen?

Zusammen mit dem Diogenes Verlag schenkt 20 Minuten deswegen allen Menschen in der Schweiz jeden Tag ein Stück spannender Literatur zum gemeinsamen Schmökern. Wir publizieren täglich kostenlos ein Kapitel des fesselnden Krimi-Romans «Hunkeler in der Wildnis» des Aarauer Schriftstellers Hansjörg Schneider.

Lasst euch vom Lesevergnügen packen, teilt es mit euren Liebsten und vergesst nicht auf die kleinen Freuden im Leben. Bleibt gesund und passt auf euch und eure Mitmenschen auf!

Du warst nicht von Anfang an dabei? Kein Problem, hier findest du alle Kapitel.

Teil 36:

Was in den folgenden Minuten geschah, lief ab wie üblich in solchen Fällen. Polizeialltag, Sanitäteralltag. Nach fünf Minuten fuhr draußen die Ambulanz vor. Eine Ärztin kam hereingerannt und kniete sich zur Leiche hinunter. Ihr folgten zwei Sanitäter mit der Bahre.

Die Ärztin erhob sich wieder.

»Was tun Sie hier?«

»Ich bin der«, sagte Hunkeler, »der angerufen hat. Und der die Haustür geöffnet hat, damit Sie schneller hereinkommen.«

»Was ist das hier überhaupt für ein Raum? Man wird ja wahnsinnig.«

»Ein Kunstraum, für die Ewigkeit.«

»Wie bitte?«

»Ich habe mit der Dame hier Tee getrunken. Dann hat sie etwas in ihren Tee geschüttet, die Tasse ausgetrunken und war nach höchstens drei Minuten tot.«

Sie griff zur Tasse und schnupperte daran.

»Das sollten Sie nicht tun«, sagte er.

»Wer sind Sie überhaupt?«

»Hunkeler, Kommissär im Ruhestand.«

»So sagen Sie es doch gleich.« Und zu den Sanitätern: »Exitus. Wartet bitte draußen.«

Er ging hinaus auf die Terrasse und betrachtete den Rosengarten, dahinter das dunkle Laub der Bäume. Etwas schüttelte ihn kurz durch, ein Kloß im Hals, ein Stein im Magen.

Er hörte, wie zwei Kriminaltechniker im Raum drin zu hantieren begannen. Erregte Worte, sie waren wohl noch unerfahren. Dann der Auf‌tritt von Madörin und Haller, Lüdi saß vermutlich draußen im Wagen.

Endlich kam Madörin heraus auf die Terrasse, mit der Boulekugel in der behandschuhten Hand.

»Woher kommt die?«, fragte er.

»Die hat Frau Mangold in einem der Regale aufbewahrt, neben den andern Kugeln.«

»Eigentlich habe ich eine Sauwut auf dich, das weißt du.«

»Das hat jetzt keinen Sinn mehr. Wir sind die Geschlagenen.«

»Stimmt. Ich bin ziemlich am Ende. Wir sind alle am Ende auf dem Kommissariat.«

»Ich habe mit Frau Mangold Tee getrunken. Sie hat mir die Geschichte ihrer Kugeln erzählt. Dann hat sie ein Aufnahmegerät auf den Tisch gestellt und eine Erklärung zur Tötung von Heinrich Schmidinger draufgesprochen.«

»Wo befindet sich dieses Aufnahmegerät?«

»Hier, in meiner Tasche.«

Er zog es hervor und gab es Madörin.

»Wie bitte? Du entwendest ein Beweismittel vom Tatort?«

»Wäre es dir lieber, es wäre den beiden jungen Technikern in die Hände geraten?«

»Nein, da hast du recht. Was hat sie draufgesprochen?«

»Der Täter war offenbar Ueli Zgraggen.«

Madörin schwieg eine Weile.

»So was Verrücktes«, sagte er dann. »Zgraggen ist heute Morgen um neun auf dem Kommissariat erschienen und hat darum gebeten, in Untersuchungshaft genommen zu werden. Wir wollten zuerst nicht. Er fühlte sich bedroht, konnte aber nicht genau sagen, von wem. Dann haben wir ihn in die Friedmatt geschickt. Das heißt ja wohl, dass wir den Täter im Waaghof hatten, ohne es zu wissen.«

»Frau Mangold berichtet, dass Zgraggen sie gerettet hat.«

»Und du glaubst ihr?«

»Ja. Sie hat ein Pulver in ihre Tasse geschüttet und gesagt, es sei ein Mittel gegen Depression.«

»Und du hast sie nicht abhalten können?«

»Nein. Es ging ganz schnell. Sie wollte sterben.«

Madörin legte ihm kurz die Hand auf die Schulter.

»Bitte keine Selbstvorwürfe, ja?«


Am andern Tag, um die Mittagsstunde genau, saß Hunkeler mit Hedwig in einem Speisewagen der Schweizerischen Bundesbahnen, der den Gotthard-Basistunnel durchraste. Sie hatte ihren Strohhut auf die Ablage über ihren Köpfen gelegt und war vertieft in ein Buch über den heiligen Franziskus. Der Zug raste mit solcher Geschwindigkeit durchs Gebirge, dass der ganze Waggon zu zittern und zu beben schien. Der Hut auf der Ablage zitterte und bebte mit. Hunkeler, dem diese Raserei äußerst zuwider war, schaute gebannt hin. Fiel der Hut herunter? Oder fiel er nicht?

Hedwig lachte fröhlich.

»Hör mal«, sagte sie. »Franziskus sagt ›Bruder Sonne‹. Und ›Schwester Mond‹. Genau das Gegenteil wie bei uns. Eigentlich hat er recht. Schwester Mond ist doch viel schöner als Bruder Mond. Findest du nicht?«

»Doch«, sagte er, »von mir aus.«

Der Hut oben auf der Ablage zitterte und bebte noch immer, schien sich aber halten zu können.

»Hier, schau mal«, sagte Hedwig. »Ein Bild des heiligen Antonius von Padua, auf dem er den Fischen predigt. Hier.«

Sie wollte ihm die Abbildung zeigen, da segelte der Hut herunter. Sie ergriff ihn und setzte ihn auf.

»Der blöde Hut«, schimpf‌te sie. »Ich weiß nicht, ob er richtig ist für unsere Wanderung.«

»Doch, der ist genau richtig.«

»Ich frage mich, was genau Antonius den Fischen gepredigt hat.«

»Vielleicht, sie sollen endlich aufhören, sich gegenseitig aufzufressen.«

»Aber davon leben doch die Fische. Vor allem die Raubfische.«

»Stimmt«, sagte er, »das ist eine gute Idee. Signore, haben Sie heute Fisch auf der Karte?«

»Aber sicher, Signore. Eine wunderbare Trota al limone.«

Das wars von Hansjörg Schneider und «Hunkeler in der Wildnis». Danke fürs Mitlesen und wir hoffe, ihr hattet Freude daran!

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Hansjörg Schneiders «Hunkeler in der Wildnis» liest du jetzt exklusiv auf 20min.ch.

Bild: Philipp Keel / © Diogenes Verlag

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Teilnameschluss: 27. April 2020